Kultur : Kurzmeldungen

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Am besten hängen sie in der Luft. Zwischen Himmel und Erde gelingt Christine Ritter, Sabine Rieck und Kathrin Mlynek Wunderbares. Sobald die drei Akrobatinnen des Rock-Zirkus Gosh aber festen Boden unter den Füßen haben, wirkt ihre Komik reichlich erdenschwer. Vielleicht liegt es am Thema ihrer neuen Produktion „Eine Handvoll Frauen“ im BKA-Luftschloss (bis 15.9. Mi-So 20 Uhr). Das Trio stellt den Wandel der fiktiven Trapezkünstlertruppe „Flying Sisters“ dar. Die kleine Welt von Emma, Babs und Graziella kennt nur drei Orte: Proberaum, Kulisse und Bühne. Und wie bei Sitcoms oder Seifenopern, die mit ähnlich wenigen Schauplätzen auskommen, steht eine einzige Frage im Raum: Wer mit wem, wann und warum? Da wird unentwegt geneckt, genasführt und gepiesackt. Der Schabernack läuft auf Hochtouren, doch leider leer. Weswegen dauernd Schenkel geklopft und Klapse auf den Po ausgeteilt werden, will man irgendwann gar nicht mehr wissen. Dabei müssen die drei nur aus ihrer sperrigen Beziehungskiste ausbrechen und sich emporschwingen, um ihrem Publikum den Atem zu rauben. Wenn Babs und Graziella sich am Trapez in formvollendeter Symmetrie zu siamesischen Zwillingen vereinen. Oder Emma sich in ein Vertikalseil verstrickt, am Tau den Kopf aufschlägt und aus ihren Träumen abstürzt. Solche grandiosen Luftnummern lohnen die Show. Der Rest ist Klamauk auf Normalnull-Niveau – manchmal auch unterirdisch.Oliver Heilwagen

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