Kultur : Kurzmeldungen

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„Das Glück“, sang schon Hildegard Knef, „kennt nur Minuten“. So ein flüchtiges Gefühl eignet sich schlecht für Pauken und Trompeten, es lässt sich eher flüsternd als lauthals beschwören. Die zehn Songs, die Masha Qrella auf ihrem Solodebüt „Luck“ (monika/indigo) versammelt, sind zerbrechliche Gebilde, sie klingen, als ob sie bei der kleinsten Berührung wie Seifenblasen zerplatzen könnten. Aus stolpernden Akustikgitarrenakkorden und warm wabernden Keyboardteppichen schälen sich Melodien heraus, in denen sich Versonnenheit mit Skepsis mischen. Übers Slow- und Midtempo kommen die Stücke nie hinaus, dazu singt die Deutsch-Russin, die bei Contriva Bass und bei Mina Keyboards spielt, mit rauchiger Stimme von den Euphorien des Alltags („14 Reasons Why I Love You“) und öfter noch vom Scheitern der Nähe („You Won’t Be There“). Das erinnert an das verquere Singer/Songwritertum eines Vincent Gallo, aber auch an die psychedelischen Introspektionen eines Robert Wyatt, dem Qrella mit einem Instrumental ihre Reverenz erweist. Einer hat bei dieser CD jedenfalls Glück: der Hörer, fast 60 Minuten lang. chs

Record Release Party am Donnerstag, 19. 9., im „Zentral“, Rochstraße (Mitte), 21 Uhr.

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