Kultur : Kurzmeldungen

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SOUL

Das Comeback des Jahres: Stark übergewichtiger Sänger, dessen Hits dreißig Jahre zurück liegen, wird von Off-Produzenten überredet, doch noch einmal ins Studio zu gehen. Elvis Costello (!), Van Morrison (!!) und Bob Dylan (!!!) steuern Songs bei, die Platte heißt trotzig „Don’t Give Up On Me“ (Fatt Possum/Connected) und wird ein Meisterwerk. Solomon Burke singt „None Of Us Are Free“, seine Bariton-Stimme knarzt, brummt, frohlockt. Dazu: Gitarre unplugged, Honkytonk-Piano, warm wummernde Orgel. Der 66-Jährige ist nebenberuflich Bestattungsunternehmer und Bischof. Er steht mit höheren Mächten im Bund. Ein himmlisches Album. chs

CROSSOVER

Auf dem Cover steht Classic meets Cuba: Wahrscheinlich wieder so ein Stilmixcocktail, mit dem die Plattenfirma Kasse machen will? No, senor! Was da in Havanna passierte, als Beethoven und Co. zwischen Congas und Rumbarasseln gerieten, ist tatsächlich ziemlich cool. Drei klassisch ausgebildete Dresdner treffen auf zwei kubanische Perkussionisten, der Swing-Funke springt über und schon tanzt Mozart Mambo, kommt einem Brahms’ ungarischer Tanz muy spanisch vor. Und wenn die fünf mit dem Deutschlandlied Samba tanzen, dürfte selbst der konservativste Kandidat ein Zucken im linken Fuß verspüren (Sony). F. H.

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