Kultur : Kurzmeldungen

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Die Welt geht zugrunde – und Adams fotografiert nichts als Steine und Bäume“, hat Henri CartierBresson gesagt. Ansel Adams, eine Ikone Amerikas, hat die Natur fotografiert: Klippen, Canyons, Strände, Stürme, und auch Steine und Bäume, und er hat damit dem amerikanischen Westen ein Bild gegeben. Menschenleer, unberührt und unberührbar, so zeigt Adams die Welt, in einer Tiefenschärfe, dass es klirrt. Diese Natur, das sagen alle seine Bilder, ist größer als der Mensch. Als 14-Jähriger kam Adams zum ersten Mal in das Yosemite-Tal, dort findet er sein Motiv; als er sich 1932 der Gruppe „f/64“ anschließt, findet er seine Form: kontrastreich, reduziert, tiefenscharf. Als ihn dann Alfred Stieglitz in New York ausstellt, ist er längst auf dem Weg nach oben. Ansel Adams, der in diesem Jahr 100 geworden wäre, wird in Amerika als ein naturgewaltiger Henry David Thoreau der Fotografie verehrt, für seine wunderschönen Naturaufnahmen, für seine theoretischen Leistungen und solche Werke wie „Making a Photograph“ (1935). Und die Naturschützer lieben ihn wegen seines unermüdlichen Einsatzes für die amerikanischen Nationalparks. 37 Jahre lang war Adams Vorsitzender des Sierra Clubs, und wenn ihm vorgworfen wurde, er idealisiere im Bild eine Natur, die es nicht mehr gibt, so konnte er sagen: Sie ist nicht zugrunde gegangen, es gibt sie noch, zumindest im Yosemite Nationalpark. Dort, wo auch sein Bild El Capitan und Merced River um das Jahr 1950 entstanden ist. mos

„Ansel Adams at 100“, Deutsches Centrum für Photographie, Kulturforum, bis 5.1.2003, Di, Mi, Fr 10-18, Do 10-22, Sa, So 11-18 Uhr.

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