Kultur : Kurzmeldungen

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HÖRTEST

POP

Seit Jahren lebt Tori Amos im englischen Cornwall. Doch nach den Anschlägen des 11. September zog es sie in ihre amerikanische Heimat, die sie von West nach Ost bereiste, um zu verstehen, warum diese Katastrophe geschehen ist. „Scarlet’s Way“ (Epic) dokumentiert diese Reise, aber Anwort en gibt das Album nicht. Stattdessen ein langer, ruhiger Liebesbrief. Amos singt ohne die Eskapaden früherer Jahre, und auch ihr Klavierspiel ist vor allem solide. So ist die achte Platte der 39Jährigen eine unaufregende Meditation mit gelegentlichen Popperlen wie der Single „A Sorta Fairytale“. nal

KLASSIK

Man kennt dergleichen Verwandte: Durch die Banalität einer locker hingeworfenen Frage verletzt, steigern sie sich in einen mal zornigen, mal schulmeisterlichen, mal genialen Monolog hinein. Beethovens Diabelli-Variationen sind ein solch krauser Onkel. Der New Yorker Jazzpianist Uri Caine gerät auch bei den komplizierten Familienstrukturen der Klassik nicht in Abgrenzungsnot. So hat er Beethovens Klavierwerk für sich und das Concerto Köln noch einmal variiert (Winter & Winter). Und siehe: Onkel Diabelli entdeckt den Spaß am Menschensein. Er flirtet, träumt, liebt. Es lebe das Spiel! UA

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