Kultur : Kurzmeldungen

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HÖRTEST

POP

Eine ausgebleichte Flachlandschaft zieht vorüber, darüber ein wolkenschwerer Himmel, in der Scheibe spiegeln sich die Sitze des Zugabteils. So fragil wie das Coverfoto wirkt, klingt auch die Musik von komëit : Aus sanften Gitarrenakkorden, lakonischem Klaviergeplänkel und sparsamen Synthieplaybacks schälen sich Melodien, die mitunter betörend schön sind. „Falling Into Place“, das zweite Album des Berliner Folk-Elektro-Duos (Monika Records), erinnert an die Kings Of Convenience und ein bisschen auch an Leonard Cohen. Bestechend: der zweistimmige Gesang. Eine ideale Winterplatte, zu der man vor der heimischen Stereoanlage die Gedanken auf Reisen schicken kann. chs

KLASSIK

Eine neue Mozart-CD von Cecilia Bartoli? Schön wär’s: Nichts ist frisch an dieser Aufnahme, Warner Classic recycelt selbst das Cover-Foto (von einer Erato-Veröffentlichung). Die Arien-Aufnahmen stammen aus den Jahren 1989 und 1990 – was ihre Qualität natürlich keineswegs schmälert. Doch wer schon „Lucio Silla“ (von Nikolaus Harnoncourt mit prickelnder Lebendigkeit dirigiert) sowie die edel, aber recht langweilig von Daniel Barenboim und den Berliner Philharmonikern begleitete Mozart-Da Ponte-CD besitzt, sollte sich die Ausgabe sparen – und stattdessen lieber Berlins Opern durch den Besuch einer Mozart-Live-Aufführung unterstützen. F.H.

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