Kultur : Kurzmeldungen

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Vesselina Kasarova: „Nuit resplendissante“ (BMG)

Diese Stimme! Dieser Stil! Diese einsame Klasse! Dieser Eros! Dieses Funkeln! Dieser Mut zum französischen Belcanto!

Jörg Widmann: „Dunkle Saiten“ (Berlin Classics)

Uraufführungen von Donaueschingen bis zu den Münchner Opernfestspielen: Jörg Widmann hat’s geschafft. Wie schön, dass Stücke wie sein CelloKonzert da bisweilen noch etwas unausgegoren und wirklich brennend „jung“ klingen.

Hildegard Knef: „Concert“ (damusic)

Einmal nur gehört, wie Hilde „tja, is schon ’ne Weile her“ ins Mikro nuschelt, 1986 live in der Hamburger Musikhalle, und schon regnen sie wieder, die roten Rosen: auf unsere Wehmut, unsere lebendige Erinnerung.

Joseph Schmidt: „Rundfunkaufnahmen“ (Telefunken Legacy)

Er ist mit seinen 1,50 Meter der erste Schallplattensänger par excellence und ein großer Charismatiker: der Tenor Joseph Schmidt. Die Neu-Edition seiner Ultraphon-Aufnahmen macht den ganzen Klagelaut der „Welt von gestern“ hörbar.

Helmut Lachenmann: „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“. Orchester der Staatsoper Stuttgart, Lothar Zagrosek (Kairos)

Auch ohne Peter Mussbachs Bilderwelten aufregend: Dass neues Musiktheater unser Zuhören provoziert. Und die Ohren reinigt. Und zu Herzen geht.

Mozart: „Idomeneo“. Scottish Chamber Orchestra, Sir Charles Mackerras (EMI)

Mit Ian Bostridge als sich schwindsüchtig durch die Koloraturen hechelndem König ist Mackerras geschlagen. Da hilft es wenig, alle Mozart-Striche aufzumachen und den längsten „Idomeneo“ aller Zeiten zu spielen.

Franz Schubert: „Lieder nach Mayrhofer“. Christoph Prégardien, Andreas Staier (Teldec) Aus Angst vor der Cholera soll Johann Baptist Mayrhofer sich 1831 in Wien aus dem Fenster gestürzt haben. Kein schöner Tod. Und wahrlich keine „schönen“ Lieder. Aber bewegend.

Vadim Repin: „Tutta bravura“ (Erato)

Obwohl langes Baden erwiesenermaßen ungesund ist: Zwischen Wieniawskis Polonaise brillante N° 1 und Tschaikowskys Walzer-Scherzo schäumt das Wasser gleich noch einmal so schön.

Sergeij Nakariakov: „Transkriptionen“

(Teldec)

Weil Mama für nichts so schwärmt wie für romantische Konzerte von Johann Nepomuk Hummel und für junge, anämisch aussehende russische Trompetenvirtuosen: Neues von Sergeij, dem 25-jährigen Wunderknaben aus St. Petersburg.

José Carreras: Malinconia d’amore (Koch)

Bei Melancholie, so heißt es, trete schwarzer Gallensaft aus. Und so klebt und klingt es denn auch, was José Carreras und das Ensemble Wien da so anrühren und anrichten mit Massenet, Denza und Albéniz.

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