Kultur : Kurzmeldungen

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Richard Ashcroft:

„Human Conditions“

(Virgin)

Momentan gibt es niemanden, der ähnlich schwelgerischen, sonnendurchfluteten Breitwandpop produziert wie der vormalige VerveSänger. Und Brian Wilson schluchzt dazu im Background. Großartig.

Masha Qrella: „Luck“ (monika/indigo)

Zehn Popminiaturen zwischen Akustikfolk und Minimalelektronik, in denen die Zerbrechlichkeit des Glücks beschworen wird. Die Contriva- Bassistin erweist sich mit ihrem Solodebüt als Großmeisterin der musikalischen Kleinkunst.

Marvin Gaye: „Let’s Get It on – Deluxe Edition“ (Universal)

Der Motown-Klassiker aus dem Jahr 1973 in einer Art historisch-kritischer Ausgabe, mit sämtlichen Studiosessions auf zwei CDs. Die Musik des Soul-Stars war beides: revolutionär und extrem sexy.

„The Bert Kaempfert Story – A Musical Biography“ (Universal)

Wer Kaempfert bloß für einen Nierentisch-Tonsetzer gehalten hat, wird mit dieser Doppel-CD eines Besseren belehrt. Der Easy-Listening-Gott schrieb für Sinatra und Dino, weltläufiger war deutscher Pop nie.

Solomon Burke: „Don’t Give Up On Me“ (Fat Possum Records)

Die Erweckung ist eine Wiederauferstehung. Auf seinem ersten relevanten Album seit 30 Jahren singt der Soul-Veteran mit gospeliger Inbrunst Songs, die Bob Dylan,

Elvis Costello oder Van Morrison für ihn fertigten.

Müller-Westernhagen: „In den Wahnsinn“ (Warner)

Schwer zu sagen, was mehr weh tut: der phantasielose, völlig innovationsresistente Schweinerock oder die peinlichen Reim-dich-oder-ich-

schlag-dich-Texte.

Coldplay: „A Rush Of Blood To The Head“ (EMI)

Schon mit ihrem zweiten Album gehört die Band aus London zu den Giganten: Perfektere Ohrwürmer sind derzeit nicht zu haben. Der beste Britpop des Jahres, vergesst Oasis.

Robbie Williams:

„Escapology“

(Chrysalis)

Williams schreibt die weltbesten Refrains, die sich auch dann prima in der Wanne mitgröhlen lassen, wenn man gar nicht singen kann: „I just wanna feel real love / Feel the home that I live in.“

Hildegard Knef: „Knef Sings, Kaempfert Swings“ (Universal)

Die Knef war in Höchstform, als sie 1978 ein Album mit Bert Kaempfert aufnahm: Mehr Groove als in diesen exzellenten Easy-Listening-Ausgaben hatten ihre Klassiker nie.

Sigur Ros: „()“

(fatcat/PIAS)

Wunderbarer Slow-Motion-Schwermuts-Pop aus Island mit seltsamen Gesängen in einer Fantasiesprache. Musik zum Runterkommen, die im Handumdrehen aus Feinden Freunde macht.

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