Kultur : Kurzmeldungen

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HÖRTEST

HIPHOP

Missy Elliott hat endlich kapiert, was ein richtiger Rapstar bringen muss. Zuerst versuchte sie es mit obszönen Texten. Keine schlechte Idee, denn irgendwer fand heraus, dass das irgendwas mit Postfeminismus zu tun haben muss. Nun beweist sie wahrhaftigen Genius: Missy hat sich für ihr neues Album Under Construction (Elektra/Warner) ein musikalisches Konzept überlegt! ElektroHip-Hop könnte man es nennen. Ein Schritt zurück und nach vorn zugleich. Mit Basslinien, die heulen wie Sirenen eines Atari-Spiels. Und mit einer Missy Elliott, die den V-Effekt rappt. Wie eine Maschine quietscht sie „Yeah“. Und klingt dabei noch sexy. Postfeminismus, wir kommen. völ

EASY LISTENING

Ambros Seelos heißt nicht bloß tatsächlich so, der vor 67 Jahren im Oberbayrischen geborene Saxophonist und König-Faruk- Bartträger muss auch zu den Vätern des sogenannten Munich-Sounds gerechnet werden. Das 1960 gegründete und bis heute bestehende Ambros Seelos Orchester begleitete Louis Armstrong und die Knef, Gitarrist Silvester Levay schrieb „Fly, Robin, Fly“ für Silver Convention. Mit der Compilation „Groove Collection“ (Brigade Mondaine/Indigo) bekommt Seelos nun ein Denkmal. Die Titel heißen „Bring On The Girls“ oder „City Sound“. „Shaft“ rumpelt wie im Bayernzelt. Blaxploitation, bei der man sich Horst Tappert in der Hauptrolle vorstellen könnte.chs

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