Kultur : Kurzmeldungen

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HÖRTEST

LOUNGE

Spitz aufschreiende EGitarren, fiepende Orgeln: Früher hieß Jazzrock, was heute als Rare Groove recyclet wird. „Recreation“, 1973 als einziges Album des Kristian Schultze Sets aufgenommen, war lange eine gesuchte Rarität. Jetzt liegt es endlich als CD vor (crippled dick). Es gibt hinreißende Hammondballaden, überschäumende Bossanummern, Stücke mit sympathischen Titeln wie „Stupsi“, „Puls“ oder „Alles klar? Alles klar?“. Keyboarder Kristian Schultze spielte später bei „Passport“, Joe Nay galt eine Zeit lang als bester deutscher Jazztrommler und starb 1991 bei einem Autounfall, Saxofonist Olaf Kübler war „Amon Düül“-Produzent. Gemeinsam waren sie unschlagbar. chs

ELEKTRO

Klassiker der Jazzgeschichte von kundiger Hand remixen zu lassen, ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Jazz ist zu einem Sample-Fundus geworden, aus dem sich jeder bedient. Es muss deshalb begrüßt werden, was diese beiden CDs leisten. Das Traditionslabel „Verve“ konfrontiert die Mixe von Richard Dorfmeister, Tricky, King Britt, Masters at Work mit den Originalen unter anderem von Willy Bobo, Astrud Gilberto, Nina Simone oder Billy Holiday. „Verve // Remixed“ und „Unmixed“ (Universal) sind zwei Alben mit identischen Stücken – aus verschiedenen Welten. ghl

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