Kultur : Kurzmeldungen

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HÖRTEST

KAMPFLIEDER

Sie sind der „intellektuelle Gegenentwurf“ zum RockEvent: Kurkonzerte. Rumtata im Gänsemarsch. Dabei hätte die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot eine Rockband werden können. Was vielleicht nur daran gescheitert ist, dass sie Arbeiterlieder und revolutionäre Kampflyrik spielen will und dafür Trompeten braucht. Mit Kurkonzerte (Indigo) vollendet das Ensemble eine Werktrilogie. Und gewinnt Eislers „heimlichen Aufmarsch“ oder Schmonzetten wie Bécauds „Nathalie“ für die Gegenwart zurück. Die Lieder sind schöne Hüllen. Sie parodieren, woran sie glauben machen. KM

SALONLIEDER

Bei den Soireen des Berliner Großbürgertums war er gern gesehener Gast: Karl Friedrich Curschmann . Bis zu seinem frühen Tod 1841 schrieb der Weinhändlerssohn fast 150 Klavierlieder, die vor allem ihrer Sängerfreundlichkeit wegen beliebt waren. Stilistisch gehört der heute völlig Vergessene mit seiner klassizistischen Anmut und dezent romantischen Dramatik in die Prae-Schumann-Ära. Marjorie Patterson demonstriert mit sehr reifem Sopran, einfühlsam begleitet von Werner Hagen , wie es wohl klang, wenn Frau Kommerzienrat im heimischen Salon Curschmannsche Kostbarkeiten servierte (DS Deutsche Schallplatten). F.H.

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