Kultur : Kurzmeldungen

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MUSIK AUS BERLIN

POP

Das zweite Album der Berliner Indiepopband Contriva heißt „if you had stayed...“ (monika enterprise), und wahrscheinlich sind es die drei Punkte am Ende, auf die es ankommt. Eine unbestimmte Sehnsucht spricht aus ihnen. Die Tracks haben Titel wie „connected“, „forget about nightshifts“ oder „after work club“ – Geschichten für jemanden, der aber doch nicht lang genug blieb, um sie zu hören. Contriva kommen ohne Worte aus: Die Gitarren zirpen folky, eine Orgel setzt sparsame Akzente, das Schlagzeug dengelt. Bassistin Masha Qrella verröffentlichte im Herbst ihr Solodebüt, Gitarrist Max Punktezahl spielt bei komeit und tourte mit The Notwist, Gitarristin Rike Schuberty war Keyboarderin bei Britta. Melancholisch grundierter Wohnzimmerpop: möglicherweise ist das der neue BerlinSound.chs

ELEKTRO

Sie schenkt der Gesellschaft ein akustisches Spiegelbild und „hält sich dabei komplett raus“, sagte der Soundtüftler Stefan Betke einmal über Laptopmusik, jene kleinteiligen Fummelsounds, die knirschen, knaspeln und säuseln, als wären immer irgendwelche Kabel defekt. Jan Jelinek ist ein Großmeister dieses technoiden Eremitentums. Mit „La nouvelle pauvreté“ (~scape), das wie die Vorgänger vom Puls des Soulfunk getragen wird, legt er sympathisch mäandernde Klangnetze aus, die von Armut allerdings wenig wissen. Stattdessen Wisch-Beats, ein paar Bläser-Riffs und gehauchte Textbrocken („My love’s gone, there’s no one“). Sind wir zu reich – an technischen Möglichkeiten –, um aus geistigem Elend Kapital zu schlagen? (Am 1.2. in der Maria am Ufer) KM

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