Kultur : Kurzmeldungen

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HÖRTEST

KLAVIERMUSIK

Wäre Debussy jemals in den Orient gereist, hätten seine Préludes vermutlich so ähnlich geklungen wie die „Heures Persanes“. Doch während der Großmeister des musikalischen Impressionismus über „Schritte im Schnee“ und „Heidekraut“schrieb, entdeckte sein Freund Charles Koechlin die Poesie des Wüstensandes. Koechlin interessierten die magischen Farbwirkungen einzelner Akkorde, die etwa eine Karawane in der flirrenden Wüstenhitze oder einen schattigen Winkel bei einem plätschernden Marmorbrunnen beschreiben. Die britische Pianistin Kathryn Stott hat diese Miniaturen jetzt wiederentdeckt und mustergültig eingespielt. (Chandos) jök

ROCK’N’ROLL

Immer noch ein Schelm, dieser Ringo Starr . „And here we go“, nuschelt er am Anfang seiner neuen CD wie ein Platzanweiser ins Mikrofon, dann setzen ein Gospelchor und Bläsergruppe ein, die Achterbahnfahrt beginnt. „Ringo Rama“, das 14. Soloalbum des ExPilzkopfes, ist Kirmes-Rock’n’Roll: Die 13 Songs klingen zuckerwattensüß und immer ein bisschen zu laut. Wer King sein möchte, singt Starr, muss einfach nur das Memphis im eigenen Oberstübchen entdecken. Illustre Gäste: Eric Clapton, Van Dyke Parks, Willie Nelson. Das schönste Lied heißt „Never Without You“, vielleicht ein Grabgesang für George Harrison: „And your song will play on without you“, summt Ringo da. (Koch Records) chs

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