Kultur : Kurzmeldungen

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MUSIK AUS BERLIN

JAZZ

Als Charles Mason und Jeremiah Dixon 1763 eine gerade Linie über die Landkarte Nordamerikas zogen, wollten sie nur einen Familienstreit schlichten. Niemand konnte voraussehen, dass diese Grenze zwischen Maryland und Pennsylvania bald zur markanten Scheidelinie werden würde – zwischen Nord und Südstaaten, Sklaverei und Freiheit, zur Vorstufe des Bürgerkriegs. Thomas Pynchon schrieb zuletzt einen rätselhaft-grandiosen Roman über den Astronom und den Landvermesser, nun nähert sich der 27-jährige Altsaxophonist Florian Trübsbach mit wunderbar leichtfüßigen Traumbögen erneut diesem Trennungsmythos (Jazz4ever). Sein exzellentes Quintett folgt der Hardbop-Tradition und klaren Arrangements, verzettelt sich nicht und liebt den lyrischen, gebrochenen Nachklang. Das gelungene Debüt eines Musikers, der auf Grenzen balanciert. KM

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