Kultur : Kurzmeldungen

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HÖRTEST

POP

Größer könnte der Kontrast nicht sein. Ein Gitarrenfolkie singt die Songs von Depeche Mode, der enigmatischsten Synthiepop Band der Achtziger. Pat MacDonald lässt die Saiten schnalzen, growlt und näselt sich durch die schmalharmonischen Disco-Hymnen, bis die Originale kaum noch zu erkennen sind. So ist „Strangelove“ (Ulfton) eine abstruse Liebeserklärung, die sich an dem unterkühlten, technoiden Material gekonnt abarbeitet. Ob „Master And Servant“ oder „Politics Of Truth“, MacDonald nimmt den Songs die Strenge, die Gnadenlosigkeit des Beats, das Euphorische – und verwandelt sie in ganz normale, wundervolle Lieder. KM

OPERETTE

An der Komischen Oper wurde sie als Traviata und Lucia gefeiert – am heutigen Sonntag kehrt Noemi Nadelmann als Czardasfürstin nach Berlin zurück. Passend dazu ist gerade ein Album mit Operettenarien der attraktiven Schweizerin bei Oehms Classics erschienen, auf dem sie die ganz große Diva gibt (so wie man’s in diesem Genre liebt). Als echte Live-Künstlerin lässt sie ihre Bühnenpräsenz in jeder Phrase spüren, bewahrt mit Charme und Stilempfinden die sentimentalen Nummern vor Überkitschung, stürzt sich mit Chuzpe in die heiklen Koloraturen. Um es operettisch zu sagen: „Ja, so ein Teufelsweib fängt dich mit Seel’ und Leib.“ F.H.

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