Kultur : Kurzmeldungen

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Cecilia Bartoli: Arien von Salieri (Decca)

Sie ist eben doch die

Callas des 21. Jahrhunderts: Egal, was sie singt, ob Mozart, ob Unbekanntes von Gluck, Vivaldi oder – wie jetzt – von Salieri: So macht es nur La Bartoli! Extrem maniriert. Theatralisch bis zum Äußersten. Einfach unwiderstehlich.

Torsten Kerl: Arien (Oehms Classics)

Ein Newcomer ist er

natürlich nur auf der CD. Live begeistert Torsten Kerl bereits die Opernfans zwischen Wien und Berlin. Wenn er klug ist und sich nicht „verheizen“ lässt, werden wir mit diesem tenoralen Draufgänger noch viel Spaß haben.

Gautier Capuçon: Haydn Cellokonzerte (Virgin).

Zusammen mit Daniel Harding und dem exzellenten Mahler Chamber Orchestra erweckt der junge Franzose die Cellokonzerte des alten Haydn zu neuem, prallen Leben: So klingt Musik, die mit Herz und Hirn gemacht wird.

Yundi Li: Klavierwerke von Franz Liszt (DG)

Da schauen selbst Klassikmuffel hin: Yundi Li auf dem Cover als metrosexuellen Virtuosen in der futuristischen Kulisse des Potsdamer Platzes zu inszenieren – ziemlich klug. Und der Kerl kann auch noch grandios

Klavier spielen!

Berlioz: Symphonie fantastique, Dirigent: Valery Gergiev (Decca)

Da ist er tatsächlich, der magische Sound, von dem die Gergiev-Fans immer schwärmen. Die Aus-dem-Bauch-Power des unermüdlichen Russen und der edle Schönklang Wiener Philharmoniker ergeben eine echt explosive Mischung!

Jacques Offenbach: Die Rheinnixen (Accord)

Was für eine Enttäuschung: Da denkt man, Jacques Offenbach könne wirklich alles – und dann kommt diese große romantische Oper heraus: Todlangweilige, witzlose Kost, aus konventionellen Versatzstücken uninspiriert zusammengeschraubt.

Natalie Dessay: Airs d’opéra français (Virgin Classics)

Aus dem Zwitschervögelchen ist eine echte Interpretin geworden, aus der Sopranistin in der Stimmkrise eine gereifte Frau mit dem richtigen Feeling für die vokalen Leiden der französischen Opernheldinnen. Merci, Natalie!

Anna-Maria Kaufmann singt Kalman (Koch)

Als Musicalstar kennt man sie – doch Anna-Maria Kaufmann kann mehr: Ihr extrem leichter Soubretten-Sopran hat einfach den idealen Süßefaktor für Kalmans Melodien. Eine klingende Schaumkrone auf dem Entspannungsbad.

Lang Lang spielt Klavierkonzerte von Mendelssohn und Tschaikowsky (DG)

Mutter hat schon lange eine Entschädigung dafür verdient, dass sie jahrelang meinem Anfänger-Geklimper zuhören musste. Mit Dank für die Geduld 60 Minuten Balsam für die Ohren.

Brauchen Erzfeinde CDs? Ich dachte immer, böse Menschen hätten keine Lieder!

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