Kultur : Kurzmeldungen

-

Händel: Theodora, Les Arts Florissants, William Christie (Erato)

Entspanntes, luftiges und farbiges Oratorienspiel mit der seelenvollen

Sophie Daneman als bewegende Titelheldin.

Bereitet Schmerz und tröstet zugleich – herrliche drei Stunden!

Marijana Mijanovic als Händels Giulio Cesare (DG)

Wieder eine wunderbare neue Mezzosopranistin! Ausdrucksstark, mit satten Tiefen und berauschenden Höhen. Der ganze Live-Mitschnitt unter Marc Minkowski ist hinreißend.

Uri Caine/Gustav Mahler: Dark Flame (Winter&Winter)

Die Erkundung des Mahler-Universums geht weiter, diesmal mit gecrackten Versionen der Orchesterlieder. Da swingt der Rabbi, und Sepp Bierbichler rappt „Die Gedanken sind frei“.

Bruckner: Sinfonie Nr. 9, Wiener Philharmoniker, Nikolaus Harnoncourt (BMG)

Schön ist, was neue Einsichten schafft. Auf der Bonus-CD erklärt und dirigiert Harnoncourt das fragmentarische Finale der Neunten. Und die mächtigen Brocken leuchten.

Ligeti/Reich: African Rhythms, Pierre-Laurent Aimard, Aka Pygmäen (Teldec)

Faszinierende rhythmische Strukturen erreichen die europäische

Moderne: Der Gesang der Aka Pygmäen trifft auf Klavierwerke von Ligeti, lässig-souverän gespielt von Pierre-Laurent Aimard.

Rasch: Mein Herz brennt, René Pape, Dresdner Sinfoniker (DG)

Soll ein romantischer Liederzyklus in der Tradition von Strauß und Mahler sein. Ist aber gesuchte geistige Finsternis.

Schauerromantik für klassische Geisterbahnfahrer.

Pergolesi: Marien- vesper, Academy of Ancient Music, Edward Higginbottom (Erato)

Diese Doppel-CD ist die pure Freude. Zusammengesetzt aus Fragmenten ergeben sie einen überwältigenden Eindruck vom Werk Pergolesis. Halleluja!

Magdalena Kozenà: Französische Arien (DG).

Jetzt ist der Schaum schon wieder über den Beckenrand geschwappt. Mon dieu, diese heftig duftenden französischen Badezusätze machen einen ganz irr. Nur nicht den Champagner aus dem Auge verlieren!

Das Waldhaus Sils-Maria, Jürg Kienberger, Trio Farkas (Winter&Winter)

Einfach mal abhauen: Eine Klangreise ins Engadin, zum ehrwürdigen Grandhotel Waldhaus. Die Höhenluft wirkt famos, die Hausmusik ist Legende – und der Reiseleiter ein schräger Schweizer Charmeur.

The Tiger Lillies, Kronos Quartet: The Gorey End (EMI)

Tja, lieber Erzfeind, das Leben treibt die merkwürdigsten Blüten. Hier ein Strauß besonders dunkler Knospen für dich. Mit Liebesgrüßen aus dem Bordell am Friedhof.

0 Kommentare

Neuester Kommentar