Kultur : Kurzmeldungen

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MUSIK AUS BERLIN

POP

Es gibt Worte, die hört man und vergisst sie nie. Meist betreffen sie einen dann selbst. Als Funny van Dannen jüngst vor einer Kneipe saß, sah er ein Paar aus einem benachbarten Hauseingang stürzen und hörte, wie der Mann seine Frau mit den Worten stehen ließ: „Geh weg mit deiner Herzscheiße.“ Was für ein Abgrund, dachte der Sänger und nannte sein siebtes Album „Herzscheiße“ (Trikont). Erstmals mit Band macht er doch alles wie immer. Wunderbare, schlichte Gitarrenballaden über Menschen mit „TÜVPlaketten auf der Seele“ und einer Frau, die den falschen Mann liebt und das richtig. Nicht nur musikalisch nähert er sich immer mehr den Schicksalsmelodien des Country. Er will, dass sich große Gefühle lohnen, auch wenn es um Kleinigkeiten geht.KM

OPER

Wer im November nicht das nötige Kleingeld für die Aids-Gala in der Deutschen Oper Berlin hatte, kann sich jetzt mit dem Mitschnitt des umjubelten Abends trösten – und sogar noch etwas für die Aids-Hilfe tun (RCA Red Seal). Unter der Leitung von Kent Nagano singen 16 Topstars des Klassikbusiness von Vesselina Kasarova über Salvatore Licitra, René Pape und Anne Schwanewilms bis zu, ja tatsächlich, Grace Bumbry, alles, was man zwischen Mozart und Massenet gerne hört. Wunderbar in ihrer Balance aus dezent makabrem Humor und echter Liebe zum Musiktheater sind auch Loriots Arienkommentare. F.H.

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