Kultur : Kurzmeldungen

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Martenstein macht sich

Sorgen um seine Gesundheit

Gesundheit ist überhaupt das Wichtigste. Der Filmkritiker Peter Claus erzählte mir, dass er seit einiger Zeit unter einer Cate- Blanchett-Phobie leidet. Cate Blanchett ist eine gute Schauspielerin. Auch er findet sie gut. Aber sie spielt zur Zeit in fast jedem Film. Cate Blanchett ist wie Heuschreckenplage oder Pollenflug. Ich hatte mal das Gleiche, vor Jahren, als in jedem deutschen Film Eva Mattes mitspielte. Kaum tauchte auf der Leinwand Eva Mattes auf, fing es bei mir am ganzen Körper an zu jucken. Gegen solche Dinge kannst du nichts tun.

Was krank macht. Erstens Musik. Es gibt nur wenige Filme mit guter Musik, zum Beispiel „Spiel mir das Lied vom Tod“. Zweitens Voice over, also, wenn im Off irgendein Besserwisser erzählt, was Sache ist. Drittens weinende Frauen. Viertens, wenn die Frau im Film mehrmals weint. Fünftens Zeitlupe. Sechstens, zu viel von allem. Jetzt stelle ich mir vor, dass sie einen Film zeigen, in dem Cate Blanchett in Zeitlupe weint, dazu läuft Klaviergedödel, und man hört eine Stimme, die sagt: „Bis vor wenigen Monaten war sie eine glückliche Erdnussfarmerin in South Virginia. Dann kamen die Heuschrecken und haben alle Nüsse gefressen. Passt auf, gleich ergibt sich ihr rassistischer Mann der Spielsucht.“ Dann werden bei mir überall faustgroße Geschwüre aufplatzen, Peter Claus wird mit grünem Gesicht aus dem Kino wanken, im Dunkeln wird man die Zähne von Katja Nicodemus klappern hören, Jan Schulz-Ojala werden sie in eine Zwangsjacke tun und auf der Bahre hinaustragen.

Damit wir gesund bleiben, stehen überall Kühlboxen mit Gratiswasser für die Profis. Wir werden regelmäßig getränkt, damit wir nicht zusammenbrechen, wie die Pferde in „Spiel mir das Lied vom Tod“. Das Wasser schmeckt manchmal komisch. Manche sagen: Es ist gar kein Wasser, sondern Tränenflüssigkeit von Juliette Binoche. Oder Drogen. Von der Filmindustrie. Kommt ihnen die Kolumne seltsam vor? Ich habe von dem Wasser getrunken, als plötzlich ... Die Redakteure rufen: „Der Platz, er ist um!“

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