Kultur : Kurzmeldungen

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BERLINALE EXTREM

Der beste Anfang: die Ankunft der Flüchtlinge aus Odessa, erste Riesenszene in Theo Angelopoulos’ „Die Erde weint“.

Die dünnste Taille: Cate Blanchett in „The Missing“.

Der dickste Bauch: Cate Blanchett auf dem roten Teppich (8. Monat!).

Das schönste Kleid: der Hauch von Nichts, den Cate Blanchett über ihrem dicken Bauch trug. Oder doch die farbenprächtige koreanische Tracht von Kwak Ji-Min bei der Premiere von Kim Ki-Duks „Samaria“? Schließlich war sie vorher auf der Leinwand als Schulmädchensex-Schulmädchen zu sehen.

Der schönste Hut: das Margeritenbändermützchen von Barbara Lodens „Wanda“ in der Retrospektive.

Die größte Sonnenbrillensammlung: Peter Fonda.

Die schlechtesten Zähne: Ethan Hawke in „Before Sunset“. Ex aequo: Vitaliano Trevisan, der Typ aus „Primo Amore“. Dabei ernährt er sich doch so gesund.

Die beste Zahnprothese: Charlize Theron als „Monster“.

Die beste Morgengymnastik: Das Entenwatschelkopfreck-Training der beiden alten Chinesen im Forums-Film „South of the Clouds“ von Zhu Wen.

Die gelbsten Turnschuhe: Jury-Präsidentin Frances McDormand.

Die schnellsten Autos: die hochgetunten Prolokarren in „Quattro Noza“.

Der schlechteste Autofahrer : Jean-Pierre Darroussin auf der Autobahn Richtung Süden, in Cedric Kahns „Feux Rouges“.

Die beste Fahrstunde: am Schluss von Kim Ki-Duks „Samaria“. Wenn der Vater mit der Tochter im Schlamm übt und die Markierungssteine eigens gelb anmalt. Stop and Go aus der Vogelperspektive.

Der schrecklichste Unfall: wenn Stephanie Stremler in „Die Spielwütigen“ von Andres Veiel beschreibt, wie ihr die Kniescheibe heraussprang. Große Tragikomödie!

Die schönsten Landschaftspostkarten: Südafrika in „Country of My Skull“, dicht gefolgt vom kantabrischen Valle del Pas in „La vida que te espera“. Mit den schönsten Kühen der Berlinale.

Die lässigsten Hunde: August Diehl und Daniel Brühl mit aufgeknöpften weißen Hemden in „Was nützt die Liebe in Gedanken“.

Das hungrigste Tier: Klar, die legendäre Katze in Robert Altmans „The Long Goodbye“. Dass sie am Ende nicht wieder auftaucht, verzeihen wir Altman übrigens nie.

Das toteste Tier: der Baum voller Schafe in „Die Erde weint“ von Theo Angelopoulos.

Das schlechteste Englisch : Nein, nicht der Berlinale-Chef, sondern die schwulen Pornostars in „The Raspberry Reich“. Aber sonst haben sie einiges drauf und dran.

Der roteste Faden: der überm Meer aufgetrennte Pullover, zartes Abschiedsgeschenk in „Die Erde weint“.

Die sprudelndste Blutfontäne : als sich Sibel in „Gegen die Wand“ die Pulsadern aufschlitzt.

Die brutalste Szene: das angedickte Blutrinnsal in „Samaria“. Mit Blasen!

Der beste Sex: Roisin und Casim in „Ae Fond Kiss“. Anregend. Erregend. Aufregend. Und albern dürfen die beiden dabei auch.

Die beste Musik: der HipHop in Till Hastreiters Forums-Knüller „Status Yo!“

Der peinlichste Augenblick: als die Jury bei der Vorführung von „The Final Cut“ ihre Plätze besetzt fand – von Kritikern.

Die beste Entspannung: Die neue Berlinale-Lounge „homebase“ in der Köthener Straße: sehr berlinesk in einer alten Schalterhalle abhängen.

Die geilste Party: ist immer die, die alle verpasst haben.

Der beste Schlaf: in der Donnerstagsvorstellung von „Paradise Now“ (50 Prozent der Tagesspiegel-Berlinaleredaktion).

Der beste Schluss: Pssst! Nur soviel: Was antwortet Ethan Hawke auf Julie Delpys irgendwie vernünftigen Hinweis in „Before Sunset“?

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