Kultur : Kurzmeldungen

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HÖRTEST

JAZZ

Er ist ein Liedermacher, der Filmmusiken schreibt. Ein Verführer, „unwiderstehlich komisch und außerordentlich unangenehm“, wie Greil Marcus über Randy Newman sagt. Die deutsche Pianistin Julia Hülsmann fühlte sich von dessen breitwandigen Alltagsgrotesken früh angezogen. Nun hat sie sich dem sperrigen Werk ihres Jugendidols noch einmal zugewandt. Ihre Hommage „Come Closer“ (Act), die sie am 26./27.2. im Berliner ATrane vorstellt, ist wunderbar ausgemalt, zart und sentimental. Die bissige Ironie fehlt, die Songs wie „Short People“ oder „Lonely At The Top“ bei Newman zu grandiosen Verwünschungen macht. Dafür singt Anna Lauvergnac einfach viel zu schön. KM

OPER

Zugegeben, in späteren Werken zeigt Giacomo Puccini mehr Raffinesse – doch schon sein Erstlingswerk bietet alles, was die Fans an dem Maestro schätzen: Die Verführungskunst, die emphatisch sich aufschwingenden Melodiebögen, den üppigen Orchesterklang und natürlich eine leidenschaftlich liebende Frau. Bei diesem Live-Mitschnitt von Radio France treten Melanie Diener, Aquiles Machado und ihr Dirigent Marco Guidarini mit knalliger Italinità für das Jugendwerk ein. Auf der Bühne wäre die Story um einen untreuen Schwarzwaldburschen, der von den Waldgeistern tödlich bestraft wird, vielleicht etwas verfehlt, doch auf CD sind „Le Villi“ eine pure Freude (Naive). F.H.

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