Kultur : Kurzmeldungen

Reinhard Hauff: Kein Druck auf Jury in Venedig

Der Berliner Filmregisseur Reinhard Hauff, Mitglied der Jury des diesjährigen Festivals von Venedig, hat Vermutungen, das Gremium habe unter Druck zugunsten von Gianni Amelios Film "Così ridevano" entschieden, deutlich widersprochen.Es habe keinerlei Einflußnahme auf die Entscheidung der neunköpfigen Jury unter Vorsitz des italienischen Regisseurs Ettore Scola gegeben, sagte er gestern auf Tagesspiegel-Nachfrage angesichts des derzeit in Italien kursierenden Verdachts, Kulturminister Veltroni habe bei Scola auf die Wahl von Amelios Film gedrängt.Zwar habe sich Scola mit inhaltlicher Begründung durchaus für den Film eingesetzt, bei der Preisverleihung allerdings auch gesagt, es hätten dieses Jahr keine Meisterwerke zur Debatte gestanden.Die Jury habe sich in achtstündiger Diskussion auf fünf Filme konzentriert und die Entscheidung schließlich äußerst knapp gefällt."Irgendwann fällt dann eben die Kugel," sagte Hauff.Der Jury, in der jedes Mitglied eine Stimme hatte, gehörten unter anderem die Regisseure Kathryn Bigelow, Hector Babenco und Sarunas Bartas sowie die Schauspielerin Tilda Swinton und der Produzent Ismail Merchant an. Tsp

EU-Anhörung: Buchhandel verteidigt Buchpreisbindung

Vertreter des deutschen und österreichischen Buchhandels haben sich auf einer Anhörung durch EU-Kommission und Vertreter der 15 Mitgliedstaaten in Brüssel gegen ein drohendes EU- Verbot der zwischen beiden Ländern bestehenden Buchpreisbindung gewandt.In einer Anhörung durch die EU-Kommission und Vertreter der 15 Mitgliedsstaaten trugen die Anwälte des Börsenvereins des deutschen Buchhandels und des Hauptverbands des österreichischen Buchhandels ihre Argumente für die seit über 100 Jahren bestehende Preisbindung vor.Anhand von statistischen Zahlen wiesen sie darauf hin, daß die Dichte von Buchläden pro Kopf der Bevölkerung in Ländern mit Preisbindung doppelt so hoch sei wie in Ländern mit freien Preisen.Sie unterstrichen ferner, daß im Unterschied zu anderen Ländern mit Preisbindung die deutschen und österreichischen Vereinbarungen auf freiwilliger Basis beruhten.EU-Wettbewerbskommissar Karel Van Miert ist gegen die grenzüberschreitende Bindung, die nach seiner Ansicht ein Handelshindernis darstellt.Van Miert weist darauf hin, daß nur ein Teil der preisgebundenen Bücher auch wirklich "kulturell wichtig" sei.

Gerüchtesuppe

In unserem Bericht über die Salzburger Festspiele 1998 am 29.August unter der Überschrift "Das Salz in der Festspielsuppe" wurde das Gerücht wiedergegeben, wonach der Regisseur Peter Zadek für die Inszenierung des Stücks "Mahagonny" 220 000 Mark Gage erhalten, damit bei seinem Kollegen Bondy geprahlt und ihn dadurch veranlaßt haben soll, für seine "Figaro"-Wiederaufnahme angeblich 300 000 Mark zu verlangen.Luc Bondy läßt uns dazu jetzt mitteilen, dieses Gerücht entbehre jeder Grundlage.Die Gage von Peter Zadek kennt Luc Bondy nicht, er hat niemals für die Wiederaufnahme des Figaro 300 000 Mark haben wollen, sondern von Anfang an erklärt, daß er für die Wiederaufnahme nicht zur Verfügung stehe und bitte, einen früheren Assistenten damit zu beauftragen.Dieser ist für die Wiederaufnahmeprobe in einer Höhe, die Luc Bondy nicht kennt, bezahlt worden.Luc Bondy hat für diese Arbeit kein Geld gefordert und kein Geld erhalten.Die Salzburger Festspiele haben für das Recht, die Arbeit von Luc Bondy verwerten und wieder herausbringen zu dürfen, an Luc Bondy 40 000 Mark gezahlt.Das ist alles.Das stellen wir gerne klar. Tsp

Festakt zum 100.Todestag Theodor Fontanes in Berlin

Die Feiern zum Theodor-Fontane-Jahr gehen an diesem Sonntag im Deutschen Theater in Berlin mit einer gemeinsamen Veranstaltung der Länder Berlin und Brandenburg zu Ende.Walter Jens hält eine Ansprache unter dem Fontane-Motto "Wer am meisten redet, ist der reinste Mensch".Ferner sprechen die Regierungschefs beider Länder, Eberhard Diepgen und Manfred Stolpe.Fontane als Theaterkritiker beleuchten die Schauspieler Dieter Mann, Simone von Zglinicki und Otto Mellies mit Auszügen aus Kritiken Fontanes.Vor der Gedenkfeier werden am Grab Fontanes und seiner Frau Emilie auf dem Friedhof an der Liesenstraße Kränze niedergelegt.Bereits am Vormittag findet in Fontanes Geburtsstadt Neuruppin ein Festgottesdienst statt. Tsp

Johnny Adams, amerikanischer Jazz- und Blues-Sänger, ist im Alter von 67 Jahren gestorben.Wie die "New York Times" berichtet, erlag er den Folgen eines Krebsleidens.Adams gilt als "einer der letzten großen Blues- und Balladensänger" der USA.

Juan Eslava hat den mit rund 238 000 Mark dotierten Fernando-Lara-Literaturpreis gewonnen.Der spanische Schriftsteller erhielt den Preis für seinen Bürgerkriegsroman "Senorita".epd/ADN

Hassan Touma, Musikwissenschaftler, ist im Alter von 63 Jahren in Berlin gestorben, wie das Haus der Kulturen der Welt gestern mitteilte.Der in Nazareth geborene Touma kam 1964 als Stipendiat des DAAD nach Berlin und wurde 1968 Mitarbeiter am Institut für vergleichende Musikstudien.Sein 1975 veröffentlichtes Buch "Die Musik der Araber" wurde zum Standardwerk.1977 rief Hassan Touma das "Festival traditioneller Musik" ins Leben.

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