Kultur : Kurzmeldungen

Radunski beruft neue Jury für Berliner Off-Theater

Berlins Kultursenator Peter Radunski hat eine neue Jury berufen, die ihn bei der Vergabe von Fördermitteln für die Off-Theater der Stadt in Höhe von acht Millionen Mark jährlich beraten soll.Das fünfköpfige Gremium, das ehrenamtlich arbeitet, besteht aus Sigrid Eißfeller (Verwaltungsdirektorin carrousel-Theater), den Journalistinnen Claudia Henne und Kathrin Tiedemann, Rüdiger Behring (Dozent HdK) und dem Vorsitzenden der Theatergemeinde Berlin-Brandenburg, Joachim Kramarz.Die Jury muß bis Dezember über mehrere hundert Anträge für Basis-, Projekt- und Spielstättenförderung beraten.Für die finanzielle Zukunft der kleinen Privattheater ist das Gremium nicht zuständig: In diesem Bereich läßt sich der Kultursenator weiterhin von seinem Gutachter Peter Stoltzenberg beraten. Tsp

Theater des Westens: Verhandlungen mit Tukur

Der Schauspieler und Co-Intendant der Hamburger Kammerspiele, Ulrich Tukur, ist einer der Kandidaten für die Nachfolge Helmut Baumann als Intendant des Berliner Theater des Westens.Berlins Kultursenator Peter Radunski erklärte dazu auf Anfrage: "Wir sprechen mit zahlreichen Kandidaten und werden uns bis zum Jahresende entscheiden." Baumann hatte seinen bis Ende 1998 laufenden Vertrag nach 15jähriger Amtszeit nicht mehr verlängert.Radunskis Sprecher Axel Wallrabenstein erklärte, man stehe aber nicht unter Zeitdruck, da Baumann dem Senator zugesagt habe, auch über Dezember hinaus zur Verfügung zu stehen, bis der Nachfolger feststeht.Tukurs Vertrag bei den Hamburger Kammerspielen läuft allerdings noch bis zum Jahr 2000.Die Kammerspiele werden vom Hamburger Senat mit 1,5 Millionen Mark subventioniert, das Theater des Westens erhält rund 20 Millionen Mark. Tsp

Bubis und Diepgen wollen Verzicht auf Fassbinder-Stück

Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen und der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, haben den Intendanten des Berliner Maxim-Gorki-Theaters, Bernd Willms, zu einem "freiwilligen Verzicht" der Inszenierung des Stücks "Der Müll, die Stadt und der Tod" von Rainer Werner Fassbinder aufgefordert.Es gehen nicht um die Tabuisierung der Vergangenheit, so Bubis, sondern darum, zu vermeiden, daß Grenzen überschritten würden, "die die Würde anderer Menschen verletzen".In der Aufführung könnten Holocaust-Opfer sitzen, die sich vielleicht mitanhören müßten, wie zu Textstellen "Der Jud, der saugt uns aus" noch Beifall geklatscht werde, meinte Bubis.Schockiert zeigte sich Bubis von der Reaktion von Intendant Wilms, der ihm auf seine Einwände hin erläutert habe, jeder könne selbst entscheiden, ob er sich ein Ticket für das Stück kaufen wolle.Diepgen erklärte, es könne nicht darum gehen, das Stück, das wegen seiner antisemitischen Passagen umstritten ist, zu verbieten.Mit Rücksicht auf vom Holocaust Betroffene plädiere er jedoch dafür, das Stück "aus Einsicht" nicht auf die Bühne zu bringen.Auch der designierte SPD-Kulturstaatsminister Michael Naumann hatte sich in der "Frankfurter Rundschau" gegen die Aufführung ausgesprochen.Die Entscheidung über eine Aufführung müsse jedoch von denjenigen gefällt werden, die es zu verantworten hätten, und das seien die Theaterintendanten, sagte Naumann.Er schließe sich aber persönlich der Meinung von Peter Zadek in diesem Fall an.Der sei gegen eine Aufführung, weil es ein schlechtes Stück sei, und das einzige, was dann von dem Stück in Erinnerung bleibe, sei nicht, daß es schlecht ist, "sondern daß es antisemitischen Tendenzen Vorschub geleistet haben kann, ich betone: kann". Tsp

Hans-Bernhard Nordhoff wurde gestern vom Frankfurter Stadtparlament mit großer Mehrheit zum neuen Kulturdezernenten der Stadt gewählt.Der Sozialdemokrat war bislang in Aachen Kulturdezernent und tritt die Nachfolge von Linda Reisch an, die vor zwei Monaten abgewählt worden war.

Peter Weibel, österreichischer Künstler und Medientheoretiker, wird neuer Chef des Karlsruher Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM).Der 54jährige Professor an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien wird ab 1.1.99 Nachfolger des ZKM-Gründungsdirektor Heinrich Klotz, der Ende März zurückgetreten war.

0 Kommentare

Neuester Kommentar