Kultur : Kurzmeldungen

Veto aus Peking: Paris verzichtet auf Oper

Beim Pariser Herbstfestival entfällt die seit Monaten geplante Aufführung der 19stündigen chinesischen Mammut-Oper "Mudan Ting/Pavillon aux pivoines" (Pavillon mit Pfingstrosen).Als Grund nannten die Festival-Veranstalter, die Kulturbehörde Schanghais und das chinesische Kulturministerium hätten gefordert, statt der vollständig rekonstruierten Fassung des Werkes aus dem 16.Jahrhundert eine "verstümmelte Version in 17 Szenen" zu spielen.Das Verbot der in acht Monaten vorbereiteten Produktion des Chinesen Chen Shi-Zheng mit der Schanghaier Truppe Kunju sei "unverständlich", erklärte die Festival-Direktion.Auch die in Caen für Dezember geplanten Vorstellungen wurden abgesagt.Bereits im Juli waren die in New York geplanten Vorstellungen ausgefallen, weil die Mitglieder der Truppe keine Ausreisegenehmigung erhalten hatten.

Schwerin: Anti-Nazi-Stück nach Attacke aufs Theater

Nach einem Angriff rechter Jugendlicher auf die Spielstätte E-Werk will das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin ein Stück über Extremismus inszenieren.Am Sonntag war eine Gruppe von 20 bis 30 Jugendlichen aus der rechtsradikalen Szene ins E-Werk gestürmt und hatte die Abnahme eines Transparentes mit der Aufschrift "Liebe Leute - Lichtenhagen??? - Gib Rechts keine Chance" von der Fassade erzwungen.Welches Stück auf die Bühne kommen soll, sei noch offen, sagte ein Sprecher; bisher habe eine Ensemble-Vollversammlung nur den allgemeinen Beschluß gefaßt.Bereits im Frühjahr hatte das Theater Horváths "Ein Kind unserer Zeit" herausgebracht - explizit als Reaktion auf zunehmende rechtsradikale Tendenzen in Deutschland.

Michael Naumann, in einer möglichen künftigen SPD-Bundesregierung Kultur-Staatsminister, will der Kulturförderung in Ostdeutschland Vorrang einräumen.In einem Interview sagte er, "das Geld dafür nehme ich aus dem Haushalt.Die Unkenrufe, auch aus den eigenen Reihen, sind ein Reflex des Umgangs der Politik mit der Kultur."

Eine kommentierte Übersetzung des Starr-Reports bringt der Verlag Econ & List zur Buchmesse Anfang Oktober auf den Markt.Es handelt sich um den vollständigen Text, versehen mit juristischen und begrifflichen Erläuterungen. Tsp

Wadim Rogowin, russischer Historiker, ist am vergangenen Donnerstag 61jährig in Moskau seiner Krebserkrankung erlegen.Rogowin, der an der Russischen Akademie der Wissenschaften tätig war, erforschte insbesondere die Geschichte der marxistischen Opposition innerhalb des Stalinismus zwischen 1932 und 1940.Sechs seiner auf sieben Bände angelegten Darstellung konnten in den neunziger Jahren erscheinen. Tsp

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