Kultur : Kurzmeldungen

Das Unwort des Jahres: "Sozialverträgliches Frühableben"

Das Unwort des Jahres 1998 ist "Sozialverträgliches Frühableben".Die Äußerung des Ärztekammerpräsidenten Karsten Vilmar zu den Folgen der Bonner Gesundheitsreform habe das Rennen gemacht, weil es "blanken Zynismus" zum Ausdruck bringe, teilte die Jury in Frankfurt am Dienstag mit.Wer auch nur einen Anklang an das Euthanasieprogramm der NS-Zeit wecke, dürfe sich nicht wundern, "wenn das Aufjaulen in der Republik groß ist", hieß es.Vilmar hatte sich im Dezember letzten Jahres gegen die rotgrünen Pläne gewandt, den Anstieg der Ärztehonorare zu begrenzen.Seine Worte: "Dann müssen die Patienten mit weniger Leistung zufrieden sein, und wir müssen insgesamt überlegen, ob diese Zählebigkeit anhalten kann, oder ob wir das sozialverträgliche Frühableben fördern müssen." Auf den Plätzen zwei bis vier der Negativliste aus rund 800 eingesandten Vorschlägen plazierte das Gremium "Belegschaftsaltlasten", "Humankapital" und "Moralkeule".Mit den Unwörtern des Jahres stellt die aus sechs Sprachwissenschaftlern und Journalisten bestehende Jury seit 1991 Ausdrücke heraus, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen. AP

Gerichtsstreit um Stand auf dem Berlinale-Filmmarkt

Mit gerichtlichen Mitteln will die "arbeitsgemeinschaft dokumentarfilm", Berufsverband von 450 unabhängigen Regisseuren und Produzenten, erzwingen, daß die Berlinale-Leitung ihr auf dem diesjährigen Filmmarkt einen eigenen Stand zugesteht.Die Ablehnung von Festivalchef Moritz de Hadeln aus "räumlichen und inhaltlichen Gründen" sei nicht ersichtlich, heißt es in einer Pressemitteilung.So sei die Berlinale in Teilen ihres Programms sehr wohl auch ein Dokumentarfilmfestival, zudem habe das Festival in der Vergangenheit etwa einen Stand für "Danish Short and Documentaries" zugelassen.Schon 1997 war die "a.g.dok." nur mit Bauchläden über den Filmmarkt gewandert.Der Termin vor dem Berliner Landgericht ist am 2.Februar. Tsp

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