Kultur : Kurzmeldungen

Michael Ballhaus sagt Nein zu Deutschland

Michael Ballhaus, einer der gefragtesten Kameramänner der Welt, wird vorerst nicht in seiner Heimat Deutschland drehen."Ich bin durch Amerika natürlich sehr verwöhnt", sagte der 63jährige Ballhaus dem "Spiegel".Wenn in Deutschland 15 Millionen Mark für einen Film ausgegeben würden, sei das sehr viel."In Amerika habe ich in den letzten Jahren bei keinem Film mitgemacht, dessen Budget unter 50 Millionen Dollar lag." Ballhaus sagte, nach seiner Einschätzung sei die Berlinale für die großen amerikanischen Studios sehr wichtig."Für sie ist Deutschland der zweiwichtigste Auslandsmarkt." Die Stars dagegen führen lieber zu den Festivals nach Cannes oder Venedig."Da ist einfach das Wetter besser." Ballhaus gilt als Erfinder der 360-Grad-Kamerafahrt.Nach seiner Arbeit mit Rainer Werner Fassbinder, die er heute sehr kritisch sieht, drehte in den USA mit Francis Ford Coppola, Martin Scorsese und Wolfgang Petersen.Mit Scorsese will Ballhaus nun das Leben von Dean Martin verfilmen.

Ausstellung "Wege nach Weimar" eröffnet

"Wege nach Weimar" lautet der Titel einer Ausstellung, die am Samstag in der europäischen Kulturstadt mit einer Rede von Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) eröffnet wurde.Die Ausstellung will vor vor allem zeigen, wie sich Politiker der Weimarer Republik und das NS-Regime mit Goethe auseinandergesetzt haben.Mit rund 600 zeithistorischen Dokumenten, Fotos und Karikaturen wird der Kult um den deutschen Dichter beschrieben.Auch die Instrumentalisierung des Philosophen Friedrich Nietzsche durch die Nationalsozialisten wird in der Ausstellung thematisiert.Die Ausstellung wird voraussichtlich bis Ende April zu sehen sein. ADN

Hollywood sagt Naja

Erstmals in der Geschichte der amerikanischen Filmindustrie gewährt ein Produzent Drehbuchautoren neben den üblichen Gagen auch Anteile am Gewinn erfolgreicher Produktionen.Das berichtete die "New York Times" am Freitag.Die eigentliche Quelle des Reichtums in der Filmindustrie sind nicht die Gagen für die Stars, sondern Gewinnanteile an Kassenschlagern, die einem exklusivem Kreis von Schauspielern, Regisseuren und Produzenten eingeräumt werden.Von diesem Geldsegen waren die Drehbuchautoren bisher ausgeschlossen.Mit dem zwischen Drehbuchautoren und Columbia Pictures ausgehandelten Abkommen wird dieses Prinzip erstmals durchbrochen.Nach dem Bericht der "New York Times" erhalten die Autoren einen Gewinnanteil von zwei Prozent.

Wim Wenders sagt Ja zu Rio de Janeiro

Der nächste Film des deutschen Regisseurs Wim Wenders wird in Rio de Janeiro entstehen.Wie Medien am Freitag berichteten, sollen die Dreharbeiten zu dem Streifen mit dem Arbeitstitel "Zuckerhut" in der zweiten Jahreshälfte beginnen.Es handle sich um eine deutsch-amerikanisch- brasilianische Koproduktion, die auf einem Drehbuch der Brasilianer Edson Rodrigues Alves und Vera Blassi basiert.In dem Film soll es um die wahre Geschichte eines amerikanischen Musikers und dessen Tochter nach dem Tod der brasilianischen Ehefrau bei einem Autounfall gehen.Die Schauspieler würden vorwiegend aus Brasilien und den USA kommen, hieß es.

Henriette-Vogel-Ausstellung in Zwickau

Eine Sonderausstellung mit dem Titel "Die Pianistin Henriette Voigt und ihr Leipziger Freundeskreis" ist am Samstag im Robert-Schumann-Haus in Zwickau eröffnet worden.Die Exposition zeigt Bildnisse, Briefe, Albumblätter und Musikalien aus dem über mehrere Generationen gehüteten Nachlaß von Henriette Voigt (1808-1839) und ihrem Mann, dem Textilkaufmann und Musikliebhaber Carl Voigt.

Abgesehen von einer kleinen privaten Ausstellung aus Anlaß des 100.Geburtstages von Carl Voigt im Jahre 1905 in Leipzig wurde die Sammlung des Ehepaares bisher nie in der Öffentlichkeit gezeigt.1997 wurde die Sammlung auf Veranlassung von Jochen Hahne aus Rendsburg, einem direkten Nachfahren der Familie, dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig als unbefristete Leihgabe übergeben.

Unter den Ausstellungsstücken, die bis zum 10.April in Zwickau zu sehen sind, befinden sich auch die Tagebücher von Henriette Voigt und eine Autobiografie ihres Mannes, ferner Originalbriefe von Robert Schumann an die Pianistin.Daneben zählen die gesammelten musikalischen Stammbuchblätter zu den interessantesten Schriftstücken der Sammlung."Nicht für Juwelen" hätte Henriette Voigt eines ihrer Alben hingegeben, "es war ihr Theuerstes", schrieb Robert Schumann 1839.

Die Pianistin Henriette Voigt machte sich mit Unterstützung ihres Mannes vor allem um die Förderung junger Musiker in Leipzig verdient. ADN

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