Kultur : Kurzmeldungen

Deutsches Theater widerspricht Radunski

"Herzlich willkommen im DT", lädt Berlins Deutsches Theater alle Internet-Benutzer ein, sich über Premieren, Repertoire, Service zu informieren.Als weitere Rubrik ist dort "Langhoff 2003" hinzugekommen, dazu bestimmt, Reaktionen auf die umstrittene Nichtverlängerung des Intendantenvertrags von Thomas Langhoff über das Jahr 2001 hinaus zu dokumentieren.Unter den hier aufgelisteten 14 Protestschreiben an den Senat findet sich auch eine Stellungnahme des Theaters zu einem Interview, das Kultursenator Peter Radunski der "Bildzeitung" gegeben hat.Unter der Überschrift "Dichtung und Wahrheit" werden hier Äußerungen des Senators konterkariert: Radunskis Tadel etwa, Langhoff habe seit der Spielzeit 1995/96 am großen Haus nur drei Stücke inszeniert, wird mit dem Hinweis auf drei weitere Inszenierungen des Intendanten in den Kammerspielen zurückgewiesen.Das Haushaltsdefizit, von Radunski für 1998 mit 4,7 Millionen Mark beziffert, betrage exakt 4,003 Millionen.Der Gäste-Etat für künstlerisches Personal, den der Senator mit 4,6 Millionen Mark als zu hoch rügt, belaufe sich auf 4,5 Millionen für 1998, für 1999 indes nur noch auf 3,264 Millionen.Auch das Ensemble werde 1999 reduziert: von 66 auf 57 festengagierte Schauspieler.

"Braucht das Theater ein Ensemble?" war auch das Thema einer Podiumsdiskussion, in der Akademie der Künste anläßlich der aktuellen Situation an Schaubühne und Deutschem Theater.Gemeinsam war den Diskutanten die Angst vor der Event-Kultur, zu der sie sich zunehmend durch den finanziellen Druck gedrängt fühlen. Tsp

Teilweise Aufhebung der Buchpreisbindung?

In der Frage der Buchpreisbindung hat Kulturstaatsminister Naumann dem zuständigen EU-Komissar Karel van Miert offenbar einen aussichtsreichen Kompromißvorschlag gemacht.Dem Vernehmen nach geht es dabei um den Vorschlag, bestimmte Bücher aus der Preisbindung herauszunehmen.Nach welchen Kritierien diese Einteilung vorgenommen werden soll, ist aber noch unklar.Eine Einteilung in "gute" und "schlechte" Bücher wäre jedoch nicht im Interesse des Börsenvereins, erklärte dazu dessen Sprecher, Eugen Emmerling.In Branchenkreisen heißt es, daß sich die Verleger und Buchhändler die Selbstverpflichtung auferlegen wollen, künftig Neuerscheinungen fünf Jahre lang zu einem Fixpreis lieferbar zu halten.Außerdem wollen sich die Verlage angeblich verpflichten, nicht verkaufte Bücher vom Handel zurückzunehmen. Tsp

Die baden-württembergische Landesregierung hat einer Erweiterung der Staatsgalerie und dem Bau des Hauses der Geschichte in Stuttgart zugestimmt.Noch in diesem Jahr soll mit den Bautätigkeiten an der Stuttgarter Kulturmeile begonnen werden, kündigte gestern Ministerpräsident Teufel an.Auch ein Ausbau der Musikhochschule sei vorgesehen.Voraussichtlich wird das noch von dem verstorbenen britischen Architekten James Stirling geplante Bauvorhaben 65,5 Millionen Mark kosten.

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