Kultur : Kurzmeldungen

Helmut Schmidt fordert mehr Geschichtsbewußtsein

Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hat zu einer stärkeren Auseinandersetzung mit allen Aspekten der deutschen Vergangenheit aufgefordert.Die deutsche Geschichte sei von Größe ebenso gekennzeichnet wie von Fehlschlägen "und sogar Verbrechen", sagte Schmidt auf der sechsten Jahrestagung der Deutschen Nationalstiftung in Weimar.Durch diese gemeinsame Geschichte seien die Deutschen auch in den Jahrzehnten der Teilung stets verbunden gewesen.Ohne die "Vergegenwärtigung des Vergangenen" mit allen seinen Facetten könne es jedoch für die Zukunft keine nationale Identität "und auch kein Wissen um die Zusammengehörigkeit" geben, betonte der Politiker.Zugleich warnte er nachdrücklich vor Vereinfachungen in der historischen Auseinandersetzung und wandte sich gegen Ausgrenzung, "weil jemand an den Kommunismus glaubt"."Wer aus der deutschen Geschichte lernen will, muß das Geschehen auf beiden Seiten verstehen", fügte Schmidt unter Hinweis auf die vier Jahrzehnte getrennt verlaufene Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg hinzu. epd

Weimarer Musterhaus der Bauhäusler saniert

Das "Haus am Horn", einziges architektonisches Zeugnis der Bauhäusler in Weimar, ist am Freitag nach aufwendiger Sanierung wiedereröffnet worden.Das 1923 nach Plänen von Georg Muche errichtete Musterhaus ist für 1,8 Millionen Mark nach originalen Vorlagen renoviert worden.Es wird von einem kleinen Neubau ergänzt, das ein "Zentrum für die Zukunft" aufnehmen wird.1996 wurde das "Haus am Horn" neben den anderen Erinnerungsstätten des Bauhauses in Weimar und Dessau von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.In dem Gebäude mit seinem quadratischen Zentralraum haben die Bauhäusler ihre Ideen von einem "menschlichen Wohnen" verwirklicht.Es gilt in der Architekturgeschichte als Prototyp des Serienhauses.Von einer geplanten Siedlung konnte jedoch nur das Versuchshaus gebaut werden.Bei der einjährigen Renovierung mußten auch zahlreiche Veränderungen späterer Bewohner entfernt werden.Das Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet und gilt als die wichtigste deutsche Kunstreformschule des 20.Jahrhunderts.

Konzentration im Buchhandel wächst weiter

Die Kluft zwischen den Großen und Kleinen im deutschen Buchhandel wird einem Bericht des Branchenblatts "Buchreport" zufolge immer größer.Während der deutsche Buchhandel insgesamt im vergangenen Jahr nur auf ein Umsatzplus von 1,4 Prozent kam, konnten die 80 größten deutschen Händler ihre Umsätze im Schnitt um 6,4 Prozent steigern, berichtet die Zeitschrift.Basierend auf Eigenangaben der Firmen hat "Buchreport" eine Rangliste der 100 größten Buchhandlungen aufgestellt.Die Unternehmen auf den ersten zehn Plätzen verbuchten demnach ein Umsatzwachstum von 9,2 Prozent.Größter deutscher Buchhändler ist mit 299 Millionen Mark Umsatz (1998) die Münchner Hugendubel-Kette, die Karstadt/Hertie (260 Millionen) auf den zweiten Platz verwies.An dritter Stelle steht die zu Douglas gehörende Kette Phönix-Montanus, die um acht Prozent zulegte und 1998 gut 220 Millionen Mark Umsatz machte.Die 80 größten deutschen Buchhandlungen erreichten 1998 einen Marktanteil von 30 Prozent.Sie erzielten zusammen 3,4 Milliarden Mark Umsatz.

Doris Dörrie in der Jury der Filmfestspiele Cannes

Die deutsche Regisseurin Doris Dörrie wird der Jury des diesjährigen Filmfestivals in Cannes angehören.Wie der Leiter des Filmwettbewerbs, Gilles Jacob, am Freitag in Paris mitteilte, wird der kanadische Regisseur David Cronenberg die zehnköpfige Jury präsidieren.Zu den Mitgliedern werden die amerikanischen Stars Jeff Goldblum und Holly Hunter sowie der französische Regisseur André Téchiné, die Autorin Yasmina Reza und die Sängerin Barbara Hendricks zählen.Das Festival an der Riviera findet in diesem Jahr vom 12.bis zum 23.Mai statt.Die Auswahl der am Wettbewerb um die Goldene Palme teilnehmenden Filme istnoch nicht abgeschlossen. AP

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