Kultur : Kurzmeldungen

Strittiges Gemälde in Weimar zurückgezogen

Die Kritik an der Ausstellung "Aufstieg und Fall der Moderne" in Weimar hat mit der Entfernung eines Gemäldes zu ersten Konsequenzen geführt.Die Leipziger Sparkasse habe das in ihrem Besitz befindliche Gemälde "Schuld der Mitte II" (1984) des Malers Hans-Hendrik Grimmling zurückgeholt, bestätigte der Kurator des Kreditinstituts einen Bericht der "Leipziger Volkszeitung".Das Raumklima der Ausstellung sei nicht beherrschbar.Das Gemälde, das sich seit Mittwoch wieder in Leipzig befindet, werde jetzt auf Pilze untersucht.In der am 9.Mai eröffneten Ausstellung werden in drei Abteilungen Werke der klassischen Moderne sowie Arbeiten aus der NS-Zeit und aus der DDR gezeigt.

Während die Sparkasse ausschließlich Sicherheitsbedenken äußerte, sagte der Leipziger Maler Wolfgang Mattheuer, die Weimarer Ausstellung sei "Ausdruck westdeutscher Siegermentalität" und ein skandalöser Rückfall in die Zeit des Kalten Krieges.Sie trage nicht dazu bei, Vorurteile zu überwinden, sondern sie aufzubauen.Bereits am Montag hatte die Berlin-Brandenburgische Akademie der Künste in einer ungezeichneten "Erklärung" heftige Kritik an der Ausstellung geübt und sie unter anderem "frivole Marktschreierei" und "diffamierende Präsentation" vorgeworfen".Daraufhin sahen sich die Verantwortlichen seitens der Kunstsammlungen Weimar veranlaßt, "höflichst um Mäßigung und faire Berichterstattung" zu bitten. Tsp

Peter Nádas sagt der Berliner Akademie ab

Der ungarische Schriftsteller Peter Nádas will seine Zusage zur Herbsttagung der Berliner Akademie der Künste zurücknehmen.Dieses kündigte er in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Donnerstag an.Grund seiner Entscheidung ist die Eröffnungsrede des Präsidenten der Akademie der Künste, György Konrád, während der Frühjahrstagung der Akademie.Konrád hatte die Angriffe der Nato auf Serbien scharf verurteilt und "all jene als Nashörner bezeichnet, die seine Meinung nicht teilen", wie Nádas jetzt schreibt.Diese Haltung Konráds, die im Widerspruch dazu stehe, daß der Autor noch vor wenigen Monaten den Beitritt Ungarns zur Nato befürwortet habe, sei ein Zeichen von "chronischer Vergeßlichkeit".Überrascht zeigt sich Nádas auch darüber, daß keiner der anwesenden Akademiemitglieder gegen Konráds einseitige Äußerungen protestiert habe.Es habe stattdessen große Heiterkeit geherrscht.Peter Nádas sollte bei der Herbsttagung der Akademie aus seinem Werk lesen. Tsp

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