Kultur : Kurzmeldungen

Weiter Krach um Ausstellung in Weimar

Die Weimarer Ausstellung von DDR-Kunst bleibt auch nach gravierenden Korrekturen durch die Ausstellungsmacher umstritten. Kritiker sehen weiterhin eine Diffamierung von DDR-Kunst. Neben den ostdeutschen Malern Willi Sitte und Hubertus Giebe protestiert jetzt die PDS gegen die Schau, in der Hunderte Werke von DDR-Künstlern zunächst dicht gedrängt gezeigt wurden. "Diese Ausstellung ist nicht nur ein künstlerisches, sondern auch ein politisches Desaster", kritisierte PDS-Chef Lothar Bisky. Die Ausstellung war zu Wochenbeginn überraschend verändert worden. Neben den zwei Bildern der Berliner Künstlerin Ellena Olsen wurden 20 weitere Bilder abgenommen. Außerdem wurden die Arbeiten nach Leihgebern und Sammlungen gegliedert und mit mehr Abstand gehängt. Giebe bezeichnete die Veränderungen am DDR-Teil der Kunstausstellung "Aufstieg und Fall der Moderne" als nicht ausreichend und sprach sich für dessen Schließung aus. Sitte sagte: "Die Ausstellung ist eine totale Schweinerei." DDR-Kunst werde wie Abfallkunst deklariert. Er wolle seine Arbeiten jedoch nicht zurückfordern. Das Desaster solle sichtbar bleiben. Der Vizepräsident der Akademie der Künste Berlin, Matthias Flügge, glaubt nicht, "daß durch die Veränderungen das grundsätzlich verfehlte Konzept" korrigiert werden konnte.

Thora-Rollen auf Leipziger Friedhof bestattet

Sieben historische Thora-Rollen sind am Mittwoch in Leipzig auf dem Neuen Israelitischen Friedhof feierlich bestattet worden. Die Fragmente waren Anfang 1998 bei Abbrucharbeiten am ehemaligen großen Lesesaal der Universitätsbibliothek geborgen worden, sagte Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl vor den rund 100 Mitgliedern der Gemeinde und Gästen. Ein Unbekannter habe sie in der Pogromnacht von 1938 unter Einsatz seines Lebens aus einer der 13 brennenden Synagogen der Stadt gerettet und versteckt. Die den Juden heiligen Thora-Rollen enthalten die Bücher Moses. Thora-Rollen werden im Judentum generell nicht konserviert oder aufbewahrt, sondern feierlich bestattet. Zu Ehren der rund sechs Millionen Juden, die im Zweiten Weltkrieg ermordet wurden, sang Almekias-Siegl das Totenlied und sprach das Totengebet auf hebräisch. Zum Abschluß der Zeremonie wurde ein Grabstein enthüllt, auf dem die dramatische Rettungsgeschichte der Fundstücke beschrieben ist. Die Bestattung war Teil der Jüdischen Woche in der Messestadt, die am Sonntag zu Ende geht.

Guggenheim-Museum auch für Lyon

Nach dem nordspanischen Bilbao soll nun auch die französische Stadt Lyon ein Guggenheim-Museum für moderne Kunst erhalten. Es seien bereits erste Gespräche mit der Guggenheim-Stiftung in New York geführt worden, hieß es gestern in Lyon. Über eine Machbarkeitsstudie werde in nächster Zeit entschieden. Das Guggenheim verfolgt damit weiter seine Strategie, als "global player" der Kunst aufzutreten. Das Guggenheim-Museum in Bilbao, ein futuristischer Bau des US-Architekten Frank Gehry, wurde im Oktober 1997 eröffnet. Die Stiftung Solomon R. Guggenheim betreibt auch Galerien in Berlin und Venedig. Ihr berühmtestes Museum ist das spiralförmige, von Frank Lloyd Wright gebaute Stammhaus am New Yorker Central Park. Tsp

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