Kultur : Kurznachrichten

Enzensberger: Talkshows sind des Dichters Tod

Nach Auffassung des Schriftstellers Hans Magnus Enzensberger war ein "Mann wie Goethe einfach eine Nummer zu groß für seine Umgebung".In einem Interview mit der Kulturzeitschrift "Die Drei" bewundert Enzensberger die Gelassenheit, mit der Goethe sich dem Neid und den Anwürfen aus seiner Umgebung entzog.Im Zeitalter der Medien, so der Schriftsteller, sei die einzige sinnvolle Haltung für einen Dichter, öffentliche Kritik zu ignorieren.Der souveräne Umgang mit der Presse oder dem Fernsehen schütze die dichterische Produktivität, Talkshows seien der Tod des Dichters.Würde Goethe heute leben, wäre er nach Enzensbergers Ansicht "bestimmt nicht Kulturminister".Den Aufschwung, den das kulturelle Leben in Deutschland zur Zeit der Weimarer Klassik nahm, interpretiert Enzensberger unter anderem aus der "kleinstädtischen Enge der deutschen Provinz".

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