Kultur : Kyoto-Preis für Jürgen Habermas

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Der Philosoph Jürgen Habermas erhält für sein Lebenswerk den KyotoPreis, die renommierteste und höchstdotierte japanische Auszeichnung für Verdienste in Wissenschaft und Kultur. Wie die Inamori-Stiftung mitteilte, die 1984 von dem Gründer des Technologiekonzerns Kyocera, Kazuo Inamori, ins Leben gerufen wurde, erhalten neben Habermas zwei Amerikaner den mit jeweils 50 Millionen Yen (umgerechnet 380000 Euro) dotierten Preis: der Computer-Ingenieur Alan Curtis Kay und der Krebsforscher Alfred George Knudson.

Für Jürgen Habermas kommt die Auszeichnung pünktlich zum 75. Geburtstag, den er am 18. Juni feiert. Habermas wurde unter anderem mit seiner Theorie des kommunikativen Handelns zum international einflussreichsten lebenden deutschen Philosophen. Er ist bereits Träger der Friedenspreises des deutschen Buchhandels (2001) und des Prinz-von-Asturien-Preises (2003).

Der Kyoto-Preis ist neben dem Nobelpreis eine der ehrenvollsten Auszeichnungen für Künstler und Wissenschaftler. Im Unterschied zum Nobelpreis werden auch Leistungen auf dem Gebiet von Bildender Kunst, Philosophie, Musik und Architektur gewürdigt. Die Stiftungsgrundsätze sind am taoistischen Prinzip von Yin und Yang ausgerichtet und zielen auf die ganzheitliche Würdigung von Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Vor Habermas hatte als erster Deutscher der Indologe Paul Thieme 1988 den Preis erhalten. Die Auszeichnung wird am 10. November im Beisein der kaiserlichen Familie in Kyoto verliehen.Tsp

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