Kultur : La belle vie

Der französische Sänger Sacha Distel ist tot

Maxi Leinkauf

„Englisch ist eine viel leichter und schöner zu singende Sprache als Französisch.“ Für diesen Satz hätten die Franzosen den Chansonnier Sacha Distel fast das Kreuz der Ehrenlegion aberkannt. Aber eben nur fast.

Distel wurde in Paris als Kind eines russischen Offiziers und einer Französin geboren und machte sich in den Fünfzigerjahren vor allem einen Namen als exzellenter Jazzgitarrist, der in den verruchten Jazzkellern von St.Germain den kühlen Klang der Existenzialisten-Ära prägte. Distel volontierte in Manhattan und England bei Musikverlagen, doch zog es ihn immer wieder nach Paris zurück, wo der blendend aussehende Musiker auf Juliette Gréco traf, die Muse der Bohème. Von da an begleitete er die Sängerin. Inzwischen galt Distel als Frankreichs bester Gitarrist, und blieb es auch, wie das Album „My Guitar and all that Jazz“ noch 1983 belegte. Schlagzeilen machte auch seine Liaison mit Brigitte Bardot.

Aber all das reichte ihm nicht. Er wollte singen. In einem Casino von Algier wagte er 1958 den ersten Schritt und interpretierte „Scoubidou“, mit seiner charakteristischen, stets leicht rauchigenStimme. Das Lied wurde zur Hymne der jungen Franzosen und Distels Durchbruch. Es folgten weitere Hits – „La Belle Vie“ etwa wurde sogar von Frank Sinatra nachgesungen. 1963 heiratete Distel einen Ski-Star, mit ihr hatte er zwei Söhne.

Jetzt ist der Chansonnier und Entertainer 71-jährig unweit von Saint-Tropez an den Folgen eines Krebsleidens gestorben.

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