Kultur : Lad’ mich ein

Das Gallery Weekend Berlin wird exklusiver.

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Viel los. George Condos „Downtown New York“ (2012). F: Sprüth Magers/VG Bildkunst, Bonn
Viel los. George Condos „Downtown New York“ (2012). F: Sprüth Magers/VG Bildkunst, Bonn

Gute Freunde kann jeder brauchen – aber manchmal werden es einfach ein paar zuviel. Die Organisatoren des Berliner Gallery Weekend, das am Donnerstag, 25. April, mit einer welcome reception beginnt, wissen das zu gut: Ihre Telefone halten momentan nicht eine Minute still. Die immergleiche Frage: Ob noch Platz beim Dinner ist? Nein? Dann aber bitte den Namen auf die Gästeliste der Französischen Botschaft. Es gibt aber nur 300 Plätze zum repräsentativen Auftakt. Also wird gesiebt.

Das Gallery Weekend hat es so gewollt. 51 Teilnehmer sind viel für ein Wochenende, das Sammler aus aller Welt nach Berlin lockt. Die exklusive Kleinveranstaltung „Save the Weekend“ mit 24 Galerien von 2006 ist eine Attraktion geworden. Mit Ausstellungen von Hans-Peter Feldmann (Galerie Mehdi Chouakri und Wien Lukatsch), John Isaacs (Michael Haas), Jorinde Voigt (Klosterfelde) Lyonel Feininger (Moeller Fine Art), George Condo und Joseph Kosuth (Sprüth Magers) oder Oscar Murillo (Isabella Bortolozzi). Mit VIP-Shuttle und jenen zwei festlichen Fixpunkten – welcome reception und Dinner –, die immer umfangreicher werden. Schließlich darf jede Galerie eine feste Zahl von Gästen nennen, die ihr lieb und teuer ist. Da kommt schnell ein halbes Tausend zusammen.

Mit der Entscheidung für eine kleine, feine Veranstaltung in der Botschaft kündigt sich nun eine Veränderung an. Weg von der großen Umarmung der Freunde und Freundesfreunde. Hin zu den Sammlern, Sponsoren und Prominenten, denen man ein exklusiveres Setting bietet. Das kann man bedauern, weil Berlin bislang für durchlässige Strukturen stand. Aber auch verstehen, weil die Kapazitäten für ein – ja, auch kommerziell – erfolgreiches Spektakel nicht unendlich sind. Ein organischer Prozess, der die Professionalisierung des Gallery Weekend demonstriert.

Offen für alle bleiben die Galerien, die nicht nur ab Freitag, den 26. April, von 18-21 Uhr mit insgesamt 66 Ausstellungen auftrumpfen – manche dabei gleich an mehreren Orten. Sondern auch am 27. und 28. April von 11-19 Uhr einladen. „Feel invited“, dieser Satz auf Website des Gallery Weekend gilt nach wie vor. Auch wenn die Luft nach oben dünner wird. Christiane Meixner

www.gallery-weekend-berlin-de

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