Kultur : Langer, ruhiger Fluß

ULRICH CLEWING

Schwierige Frage, schwieriges Thema: Wer macht die Kunst? Um dies zu beantworten, hatte sich am Donnerstag abend auf Einladung der Kulturstiftung der Deutschen Bank in deren Berliner Stammhaus eine reine Männerrunde eingefunden.Gekommen waren ein Sammler, zwei Museumsleute, ein Künstler, ein Kritiker sowie ein (ehemaliger) Galerist.Wer also ist es, der Künstlern Berühmtheit verschafft, sie am Markt durchsetzt, ins Museum bringt? Etwa die Kunstkritiker? Bernhard Schulz, Tagesspiegel-Kulturredakteur, verwies auf die Historie.Tatsächlich hat sich die Zunft einige grandiose Irrtümer geleistet: Sowohl der Impressionismus als auch der Kubismus - zwei der bedeutendsten Stilrichtungen dieses beziehungsweise des letzten Jahrhunderts, wie man heute weiß - waren zur Zeit ihres Entstehens in Grund und Boden geschrieben worden, mit dem bekannten Resultat.Auch Erich Marx, Hauptleihgeber des Museums für Gegenwart im Hamburger Bahnhof, reichte die Verantwortung weiter wie eine heiße Kartoffel.Sammler sammeln, hätten aber keinen Einfluß, so Marx.Da Moderator Walter Smerling vom mitveranstaltenden Verein "Stiftung für Kunst und Kultur" offenbar vor allem für einen harmonischen Verlauf des Abends zuständig war, plätscherte der Redefluß weiter vor sich hin.Nur Bildhauer Olaf Metzel versuchte zu provozieren und meinte, es ginge ja doch nur ums Geld.Recht hatte er, vielleicht mehr als ihm lieb sein konnte.Natürlich geht es ums Geld.Auch.Wie immmer und überall.Zumindest hatten er und die zahlreich erschienene Zuhörerschaft nach anderthalb Stunden eines gemeinsam.Beide waren am Ende so schlau wie zuvor.

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