LEGENDEChuck Berry : The Duck walks again

Jörg W,er

Er ist der letzte Rock’n’Roll-Dinosaurier. Geboren 1926 in St. Louis, gehörte Chuck Berry noch zur Generation der großen Bluesmusiker. Er gab sich als fünf Jahre jünger aus, als seine erste Single „Maybelline“ 1955 erschien. Sein expressives Bühnenverhalten war ebenso einflussreich wie das markante Gitarrenspiel: Von Eric Clapton bis Stevie Ray Vaughan schrummelten sich Generationen von Leadgitarristen durch die minimalistischen Intros der kanonisierten Hits wie „Johnny B. Goode“, „Roll over Beethoven“ und „Sweet little Sixteen“. Fast noch wichtiger war Berrys Einfluss als Songautor. Seine durch Alltagsnaturalismus und subtilen Humor geprägten Texte hoben sich von den Adoleszenzdramen seiner Zeitgenossen ab.

Anfang der Sechziger unternahmen junge britische Bands wie The Beatles oder The Animals mit Berrys Songs erste Gehversuche. Chuck Berry saß damals zum ersten Mal im Gefängnis. Sein Verhältnis zur Justiz blieb ebenso gespannt wie das zu Plattenfirmen und Konzertveranstaltern. Berry sah sich durch dubiose Verträge immer wieder um den Lohn seiner Arbeit geprellt und ließ sich Auftrittsgagen vorab in bar auszahlen. Selbst Legendenstatus, Rentenalter und Mitgliedschaft in der „Hall of Fame“ konnten Chuck Berrys vibrierendem Charisma nichts anhaben. Allerdings wird man von einem 80-Jährigen kaum erwarten können, dass er zwei Stunden im „Duck Walk“ über die Bühne hüpft, daher gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Jörg Wunder

Zitadelle Spandau, So 22.7.,

19 Uhr, ab 30 € DN535

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