Kultur : Lehmann: Das Schloss lässt Freiraum

Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses mit seinen Originalfassaden ist nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gesichert. „Die Vorgaben aus dem Bauwettbewerb für das Humboldt-Forum sind kein einengendes Korsett“, sagte Stiftungspräsident Klaus-Dieter Lehmann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Bei einer Nutzfläche von 50 000 Quadratmetern haben die Architekten eine enorme Freiheit.“ Lehmann übergibt am kommenden Freitag sein Amt an seinen Nachfolger Hermann Parzinger, er wird Präsident des Goethe-Instituts.

Der Architekt David Chipperfield hatte als Mitglied der Wettbewerbsjury die Bedingungen der Ausschreibung als zu restriktiv kritisiert, die unter anderem die Errichtung von drei der vier historischen Fassaden des Hohenzollernschlosses vorsieht. „Chipperfield hat mir inzwischen per Brief mitgeteilt, dass er die letzte Fassung der Ausschreibung voll unterstützt“, betonte Lehmann. Mit der Entscheidung für den Bau durch Bundesregierung und Parlament gebe es nun Planungssicherheit, sagte Lehmann weiter. Rund 140 Architektenbüros haben sich beworben. Mitte Juni soll die Jury entscheiden, welche „30 bis 40 Büros“ am eigentlichen Wettbewerb teilnehmen. Ende November soll dann eine Empfehlung abgegeben werden, welches Architekturbüro den Bau übernehmen soll.

„Es wird kein Preußenschloss rekonstruiert. Wir passen uns mit den ,Stadtwänden’ von Schlüter dem historischen Ensemble mit Museumsinsel, Berliner Dom und Fridericianum an“, erklärte Lehmann. Immerhin sei die Kunstkammer der preußischen Könige die Keimzelle der Berliner Museen gewesen. „Mit Ausnahme des historischen Schlüterhofs haben die Architekten bei der Gestaltung der Innenräume freie Hand.“ Im Humboldt-Forum sollen die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin untergebracht werden. In Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität und der Berliner Zentral- und Landesbibliothek entstehen im künftigen Humboldt-Forum ein Informationszentrum als „Werkstatt des Wissens“ sowie ein Ort für Veranstaltungen. Als Partner hierfür wünscht sich Lehmann das Haus der Kulturen der Welt. dpa

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