Kultur : Leipziger Buchpreis für Kershaw & Snyder

Der mit 15 000 Euro dotierte Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die Historiker Ian Kershaw und Timothy Snyder. Der bis zu seiner Emeritierung in Sheffield lehrende Brite Kershaw, 68, und der in Yale lehrende Amerikaner Snyder, 42, hätten mit ihren Werken dazu beigetragen, ein tieferes Verständnis Europas für seine Schreckensgeschichte zu ermöglichen, hieß es. Aus der Menge der Arbeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs ragt Ian Kershaws 2011 bei der Deutschen Verlags Anstalt erschienene Studie „Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45“ heraus. Kershaw, der mit seiner großen Hitler-Biografie ein Standardwerk schuf, findet neue Antworten auf die Frage, warum die militärisch bereits besiegten Deutschen noch fast ein Jahr lang weiterkämpften und bis zur totalen Verwüstung des Landes durchhielten. In seinem bei C. H. Beck erschienenen Buch „Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin“ verbindet Timothy Snyder genau recherchierte Daten über das deutsche und sowjetische Morden in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Erinnerung an individuelles Leid. Hinter den Zahlen hält Snyder die Menschen und ihre einzelnen Schicksale stets sichtbar. Die Auszeichnungen werden Kershaw und Snyder am 14. März zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse im Gewandhaus überreicht. dpa/Tsp

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