Kultur : Leises Rauschen, Tröpfeln und Rascheln

Rätselhaftes Wispern erfüllt den Raum.Leises Rauschen ertönt, es tröpfelt und raschelt.Plötzlich hört man ein Pochen, rhythmische Schläge wie von einfachen Holz- und Metallinstrumenten.Keuchend stößt ein unsichtbares Wesen seinen Atem aus: Klangbilder zu "Timbuktu Talk" von Jörg Reckhenrich.Kleine, schwarze Lautsprecher sitzen bei seiner Klangskulptur wie Elektroden auf einem offenen Brustkorb.Aufgefächerte Sperrholzbögen bilden die "Rippen".

Bereits bei seiner erste Einzelschau vor vier Jahren in der Galerie Brockstedt stand eine Klangskulptur im Mittelpunkt.Bei Petersen und Partner gruppieren sich erneut filigrane, dem Raum geöffnete Skulpturen aus Sperrholz um das tönende Werk (bis 4500 DM).Der 1961 geborene Bildhauer geht von einfachen, abstrakten Grundformen aus.Er entwickelt daraus ins Organische weisende, luftige Strukturen.Ein mit Bienenwachs getränktes Netz von Sisalfäden umspannt bei "Sonne / Leuchten" das hölzerne Skelettgerüst.Die Form des Kokons erinnert an einen Tierschädel mit nach innen gewölbten Augenhöhlen.

Reckhenrichs Arbeiten verkörpern Bewegung statt Verfestigung.Rhythmisch entwickelt er Phase um Phase den Aufbau von Bewegungsabläufen.Farbe akzentuiert das Innere seiner raumumschreibenden Skulpturen, belebt die schlichten Formsetzungen, öffnet sie dem Widerschein des Lichts.Der Blick wird nach innen gesogen.Ein Konvolut filigraner Zeichnungen ergänzt die plastischen Arbeiten (300 DM bis 850 DM).

Galerie Petersen und Partner, Dortmunder Straße 6, bis 1.April; Mittwoch 14-17 Uhr, Donnerstag und Freitag 14-18 Uhr, Sonnabend 11-14 Uhr.

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