Kultur : Léon, der Profi

MONIKA DJEBBAR

Wenn aus Liebesgeflüster Rosenkrieg wird, trennen sich meist die Wege.Doch unverhofft kommt oft.Eine wirkliche grandiose Idee hat der schleimig-smarte Sylvestre (Don Balmer), der Agent des Altbühnenstars Hugo (Jürgen Mai).Ausgerechnet dessen Ex-Frau, die Schauspielerin Gigi (Christine Schild), soll einspringen, um sein erhofftes Comeback zu retten.Denn seine Bühnenpartnerin ist schwanger und fällt aus.

Josiane Balaskos Komödie "Liebe, Lügen, Lampenfieber", von Manfred Langner in der Komödie am Kurfürstendamm inszeniert, ist ein Schauspiel über das Schauspielen und die Unwägbarkeiten der Leidenschaften.Letztere nämlich lassen die Inszenierung in der Inszenierung fast platzen und demontieren dabei den Regisseur Léon.

Den gibt der frühere Fernsehstar Herbert Feuerstein in seiner ersten, ihm gleichsam auf den Leib geschriebenen Theaterrolle als hilflos-trotzigen Kauz, dessen Augen durch die dicken Brillengläser hindurch immerfort zu fragen scheinen: Warum bin ich hier eigentlich der Idiot? Denn daß er für alles zuständig ist, nur nicht für sein Stück, dafür sorgen schon widerspenstige Bühnenarbeiter sowie die egomanischen Stars: Eben noch verteilt die impulsive Trinkerin Gigi - mal im roten Lackmantel, mal im Tigerlook (Kostüme: Gerhard Kropp) - Ohrfeigen und der lässige Macho Hugo Gemeinheiten, da überflutet die beiden auch schon eine Woge von Erinnerungen an glückliche Stunden und macht aus den Zankäpfeln ein süßlich-säuselndes Paar.

Und da Schauspieler Leben und Bühne natürlich immer vermengen (?), hat auch die furiose finale Version des Stücks im Stück, das die (Liebes-)Geschichte der Stars doppelt, mit der Textvorlage nichts mehr zu tun.Zum Kummer des Regisseurs: "Und ich bin wieder niemand." Doch in der angenehm unklamottigen Inszenierung der leichtgewichtigen Komödie sorgt dieser Niemand, dieser kleine Mann mit den großen Ohren für einige Glanzlichter.

Bis 9.August, Mo-Sa 20 Uhr, So 18 Uhr

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