LESESTOFF : LESESTOFF

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Dokumente/Documents.

Zeitschrift für den deutsch-französischen Dialog/Revue du dialogue franco-allemand. Hefte 2, 3, 4 2012. Verlag Dokumente, Bonn 2012. 10 €.

Die 50-Jahr-Feier des Elysée-Vertrags hat einen gemischten Eindruck hinterlassen: einerseits Freude über ein gelungenes Projekt, andererseits die Besorgnis, es könne zum Maskottchen problemloser Freundschaftsbekundungen werden. Aber unproblematisch war weder die Entstehung des Vertrags, noch ist es seine Gegenwart und Zukunft. In drei Anläufen ist die Zeitschrift Dokumente/Documents das Thema angegangen: mit Dossiers in ihren Sommer- und Herbstheften des vergangenen Jahres und einer Sondernummer in diesem Winter. In Essays, Berichten und Dokumenten, gut untermischt mit Zitaten, vergegenwärtigen sie die komplizierte Situation, aus der der Vertrag entstand – jene noch ganz ungefestigte Phase, in der die Nachkriegswelt nach ihrer Form suchte, angetrieben durch Entkolonialisierung und kalten Krieg. Die Anfänge der deutsch-französischen Versöhnung noch in der Besatzungszeit und die europäische Einigungspolitik bahnen den Weg zum Vertrag, der seinerseits nicht ohne Persönlichkeiten vom Rang Adenauers und de Gaulles und ihre besondere Beziehung entstanden wäre. Gewiss, die Geschichte und ihre gewundenen Wege haben in den drei Heften das Übergewicht. Aber sie setzt auch den Maßstab, an dem sich die Zukunft der gegenseitigen Beziehungen messen kann, ja, messen lassen muss. Dank der hoch anzuerkennenden Anstrengung der Redaktion ist nichts Geringeres als ein Kompendium zu Vergangenheit und Gegenwart des Vertrags entstanden. Hermann Rudolph

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