LESESTOFF : LESESTOFF

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Ana Feory:

Ungarn. Eine Kindheit und Jugend in der Diktatur. Frankfurter Taschenbuchverlag, Frankfurt 2013. 120 S., 14,90 €.

In einer dunklen Sommernacht 1963 flieht Ana Feory auf einem Frachtschiff aus Budapest nach Wien. Ihr ungarisches Leben ist damit beendet, das deutsche beginnt. Fast 50 Jahre später blickt Feory auf diese Zeit zurück, auf ihre Jugend in Krieg und Kommunismus, auf die Affäre ihres Vaters, auf das Leben in der Villa in Budapest und im Versteck auf dem Land, auf ihren sportlichen Erfolg als Kanutin und schließlich auf die dramatische Flucht über die Donau in den Westen. Ihre Mutter und Geschwister sieht sie erst wieder, als sie in den 80er Jahren zum ersten Mal als wohlhabende Westlerin zurückkehrt. Unbefangen schildert die Exil-Ungarin ihre eigene Lebensgeschichte und erweckt so eine vergangene Epoche Europas zum Leben. Geprägt wird dieser Rückblick von einer wiedererwachten Zuneigung zu Ungarn und der gleichzeitigen Enttäuschung über ihre Heimat Deutschland. Moritz Schuller

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