LESUNGEN UND GESPRÄCHE„Perspektive Europa“ : Das Eigene und das Andere

Gregor Dotzauer

Was Europa war, ist und werden soll, wo es beginnt und endet und wo sein Gravitationszentrum liegt – damit plagen sich am liebsten die Europäer selbst. Der Blick nach innen ist kompliziert genug, so viele Sprachen, Regionen und Religionen, Wohlstandsgefälle und Mentalitäten gilt es im Auge zu behalten. Was der Blick von außen dazu beizutragen hat, versucht jetzt eine zweitägige Veranstaltung der Akademie der Künste zu ergründen.

Neben vertrauten Europa-Theoretikern wie dem Ungarn György Konrád und dem Polen Andrzej Stasiuk kommen bei der „Perspektive Europa“ auch Schriftsteller anderer Kontinente zu Wort. Der nigerianische Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka (Foto) unterhält sich mit dem Filmemacher Wim Wenders über die Verantwortung Europas in der Welt, und der Mexikaner Carlos Fuentes denkt über „Das Andere im Eigenen“ nach. Der Chinese Wang Hui, Vertreter einer neuen Linken, sucht nach einem Weg seines Landes, der sich weder für Europa noch für Amerika entscheiden muss und beschäftigt sich mit „Asien als Konstrukt der europäischen Imagination“. Der Libanese Elias Khoury lotet zusammen mit der Algerierin Assia Djebar aus, was es heißt, von Europa befremdet zu sein und ein Fremder in Europa zu sein. Daneben gibt es eine Vielzahl von Lesungen, Gesprächen und Vorträgen. „Perspektive Europa“ wird von Akademie-Präsident Klaus Staeck und Außenminister Frank-Walter Steinmeier eröffnet. Den Vortragsauftakt macht Imre Kértesz mit einem Beitrag zum Thema „Die Radikalisierung der Mäßigung“. Gregor Dotzauer

Akademie der Künste, Pariser Platz, und andere Spielorte, Fr 1.6., ab 18 Uhr, Sa 2.6., ab 15 Uhr, 7 €, erm. 5 €, Infos unter: www.adk.de/europa

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