Kultur : LEUTE

Feste & Gäste

Die wichtigsten Party-Essentials benannte Berlinale-Chef Dieter Kosslick bei der großen Sponsorenfete von Hugo Boss: Gut anziehen und gut fahren. Klar, dass sich bei der Fete eines Modelabels die überwiegend jungen Gäste Mühe geben, cooles Unterstatement so zu inszenieren, dass es trotzdem glitzert. Und natürlich ist auch klar, dass man nicht mit dem eigenen Auto zu einer Veranstaltung kommt, wo der Champagner aus Magnum-Flaschen eingeschenkt wird und die Cocktails in allen Regenbogenfarben locken. Das Bemerkenswerte an dieser Party war aber die Kulisse. Das ist etwas, was die Berlinale-Sponsoren wirklich auszeichnet: die Lust am Spiel mit Berliner Locations. (Und das Geld, dieses Spiel aufwändig auszuleben). Am späten Mittwochabend staunten unter anderem Moderatorin Tita von Hardenberg, Schauspieler Udo Kier und sein Kollege Heino Ferch über ein riesiges Loft in der Zehdenicker Straße in Mitte, eingerichtet im leicht ironisierten Wohnstil „Szenebezirk um die Jahrtausendwende“. Im Zentrum eine weiße Sofalandschaft vor blaugrünem Filzfinger- Teppich, im Hintergrund eine mit Eiswürfeln und Bierflaschen nach WG-Party-Manier gefüllte Wanne. Telefonbuch und ein Werk des Dalai Lama auf weißem Schubladenschrank, das Doppelbett hinter einem Regal mit alten Vinylplatten versteckt. Und Lampen wie Lastwagenräder! Dazu gab’s Buletten mit Kartoffelbrei und dem schlimmsten Sößchen aus der Prä-Burger-Zeit, alles in allem eine gelungene künstlerische Vermählung von Elementen aus den spießigen frühen Wessi- 60ern mit DDR-Tristesse und dem modischen Schrill-Bewusstsein der ausgelassenen 2000er. Schon in den vergangenen Jahren hatte das Boss-Team mit filmreifen Ideen für große Partys geglänzt. Hoffentlich kommt noch ein Drehteam vorbei, bevor alles wieder abgebaut wird. Das Lebensgefühl Party ließe sich gut dokumentieren. Bi

Nach all dem feinen Finger-Food, der auf den exklusiven Berlinale-Partys bis zum Umfallen gereicht wird, bot Senator Entertainment bei seinem Empfang am Dienstagabend zur Abwechselung Bodenständiges: Brezeln, zur Selbstbedienung in großen Körben auf den Tresen positioniert. Spät zu essen ist ohnehin nicht gesund, was sich anscheinend auch Gäste wie Jürgen Vogel, Sibel Kekilli (Foto), Erdal Yildiz, Oskar Roehler und Marusha dachten, die ab 22 Uhr erst allmählich in die geräumigen Premium-Hallen an der Luckenwalder Straße eintrudelten – und teilweise auch schnell wieder an andere Party-Orte verschwanden. Währenddessen hatte es sich Model Waris Dirie längst auf den weißen Lounge- Sofas bequem gemacht und bekam später noch prominente Nachbarschaft. Produzent Harvey Weinstein hielt im abgetrennten VIP-Bereich Hof und sprach unter anderem mit Nachwuchsschauspieler Kostja Ullmann, der ohne Freundin Janin Reinhardt unterwegs war. sop

Kino handelt ja vor allem von Träumen. Für „Die Zeit“ war das Anlass, die Ausstellung „Ich habe einen Traum“ im Café Einstein Unter den Linden mit einer Finissage zu beenden. Sibel Kekilli, Helmut Dietl und Sonja Kirchberger wollten gestern Abend der Berlinale zu Ehren ihre Träume noch mal vorlesen. Bi

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