Kultur : LEUTE

Feste & Gäste

Die bisherigen Berlinale-Nächte haben gezeigt: Die Sopranos-Lounge am Gendarmenmarkt eignet sich ausgezeichnet zum Feiern, die Premiumhallen in der Luckenwalder Straße auch, der Ballsaal des Ritz’ sowieso. Aber die Location der „Wir lieben Kino Director’s Cut“-Party schlägt alles: In den 20. Stock des Europacenters hatten die Veranstalter geladen, in die kürzlich eröffnete Puro- Lounge, mit berauschendem Panoramablick auf die City-West. Auch Doris Dörrie feierte hier vor wenigen Tagen die Premiere ihres Films, und zur Fashion Week lud Designer Michael Michalsky zu seiner Modeparty ein. Aktuell von der Aussicht ganz und gar begeistert waren die Schauspieler Heiner Lauterbach, Sonja Kirchberger und Gudrun Landgrebe, ebenso die Comedians Mario Barth und Oliver Kalkofe und Darsteller-Darstellerin Mariella Ahrens. Sehr erfreulich: Alle Showpromis mischten sich konsequent unters Volk, der von Ordnern abgeschirmte VIP-Bereich blieb leer. Nur Rapper Sido machte es sich mit Kollege Harris in der Prominentenzone bequem, dort drehte er sich in aller Ruhe eine Zigarette. Tabak war auch drin. Unterdessen wurde im Nebenraum wild zu Nirvana und Abbas „Dancing Queen“ getanzt. Bei manchen scheint der Berlinale-Feiermarathon langsam Spuren zu hinterlassen: Popsängerin Jeanette Biedermann (Foto) wollte von ihrem Sofaplatz am Fenster gar nicht mehr aufstehen, Tokio-Hotel-Manager David Jost hockte am Rand und schaute seiner Freundin beim Tanzen zu. Dagegen war Schauspieler Tobias Schenke noch um 2 Uhr topfit: „Ich bin gerade aus dem Thailandurlaub zurück – und habe viel Kraft zum Feiern.“ sel

Wenn die Bayern in Berlin einladen, dann kommen viele Gäste gern in die „bayrische Trutzburg“, wie Staatsminister Markus Söder, der Hausherr der bayerischen Landesvertretung, gestern beim Empfang der „Bavarian Filmscene“ sagte. Ein wenig wehmütig wurde es dem früheren CSU-Generalsekretär schon ums Herz, als er über das stolze Ergebnis des Film-Fernseh-Fonds (FFF) in Bayern sprach. Er sei ja früher TV-Journalist gewesen und habe von einem Wirken als Filmregisseur geträumt. Aber nun, oh mei, „müsse er das jetzt so machen“. Aber vielleicht hat er ja Zeit, sich die zwei von der FFF geförderten Spielfilme im Berlinale-Wettbewerb anzuschauen: Kirschblüten-Hanami von Doris Dörrie und Feuerherz von Luigi Falorni. 27,3 Millionen Euro Fördergelder hat der Münchener FFF im vergangenen Jahr für Drehbücher, Produktion, Verleih und Vertrieb zur Verfügung gestellt – vier Millionen mehr als im Jahr zuvor, wie FFF-Geschäftsführer Klaus Schaefer ergänzte. Das hörten die Gäste gern, die aus Bayern, Berlin und dem Rest der Republik kamen. Darunter waren Kulturstaatsminister Bernd Neumann, Produzenten wie Regina Ziegler, Oliver Berben und Molly von Fürstenberg sowie Regisseure wie Helmut Dietl und Joseph Vilsmair, Drehbuchautoren und Schauspieler wie Michael Mendl und Jürgen Vogel. Und einer der Gründe, warum die Gäste auch immer gern in die weiß-blaue Landesvertretung kommen, sind die dargebotenen Schmankerl: Leberkäs, Kartoffelsalat, Wurstsalat, süßer Senf, a Brezn – und Weißwürste. Und zwar die „echten“, die vor zwölf Uhr mittags verzehrt werden müssen. sib

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