Kultur : LEUTE

Feste & Gäste

Na endlich, wird auch Zeit! Früher gehörte bereits am Eröffnungsabend eine kleine Demonstration zum Pflichtprogramm jeder Berlinale, diesmal musste man bis kurz vor Schluss warten, dafür hatten die Protestplakate, anders als früher, sogar Bezug zum Film. „Pornographie des Exotismus“, „Feuerherz der Finsternis“ – auch vor dem Berlinale-Palast wurde der Streit um das Buch „Feuerherz“ von Senait Mehari (Foto) und seine Verfilmung durch Luigi Falorni ausgetragen. Und selbst beim anschließenden Premieren empfang am Donnerstagabend in der St. Elisabeth-Kirche in Mitte beanspruchte die harte Realität, wenn auch dezent, Aufmerksamkeit. Bei der Pressekonferenz zu dem Film über eine eriträische Kindersoldatin war bereits ein Vertreter der Aktion Weißes Friedensband e.V. als Experte aufgetreten, am Abend dann wurden kleine Karten verteilt, Werbung für die „Aktion Rote Hand“, die sich gegen den Missbrauch von Kindern im Krieg richtet. Aber das erfolgte mehr am Rande der Feier in der von Schinkel gebauten, im Krieg ausgebrannten Kirche an der Invalidenstraße, die seit 1990 saniert wird. In dem Gebäude versammelten sich neben der Autorin, dem italienischen, aber in Berlin lebenden Regisseur und seinen Produzenten Andreas Bareiss und Sven Burgemeister als Gäste auch Mario Adorf, Götz Otto (Foto), Julia Jentsch und viele andere, mit eher asiatisch statt afrikanisch anmutenden Häppchen wohlversorgt.

Ein frischer Wind wehte beim diesjährige Empfang des Forums, der am späteren Donnerstagabend in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz startete. Früher war das Ganze eine traditionell völlig verqualmte Veranstaltung. Das hat sich nun geändert. Auch wenn nicht alle im Gewühl von ihrer Fluppe lassen wollten – vielleicht in Unkenntnis der aktuellen Gesetzeslage – , so war die Luft doch deutlich besser als in den Vorjahren.

Traditionsreich als Partyort der Berlinale ist schließlich der Bärensaal des Alten Stadthauses am Molkenmarkt in Mitte. So tauchte dort überraschend zum Festival 2000 Boris Becker auf. Gestern Abend war die Premierenfeier zu „The Other Boleyn Girl“ geplant, mit Regisseur Justin Chadwick und Scarlett Johansson, Natalie Portman sowie Eric Bana als Stars. Heute Abend geht es dort schon wieder glamourös zu, ein letztes Mal für diese Berlinale-Saison: Festivalchef Dieter Kosslick lädt nach der Bären-Zeremonie noch einmal ein, um das Festival stilvoll ausklingen zu lassen. ac

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