Kultur : LEUTE

Feste & Gäste

Wenn Könige wie Heinrich VIII. es gut meinten, ließen sie Gold- oder auch Silbermünzen verteilen. Insofern zeugte es von einem Sinn für Tradition, dass Gastgeber und Sponsor der Premierenfeier zu „The Other Boleyn Girl“ am Freitagabend im Alten Stadthaus händeweise Silberlinge auf den Stehtischen verteilt hatten. Kein anerkanntes Zahlungsmittel, dennoch nahmen die Münzen nach und nach deutlich ab. Das war gewiss auch erwünscht an diesem Abend der zwei Frauen des Königs. Für die Pressekonferenz am Nachmittag hatten Scarlett Johansson und Natalie Portman sich noch mädchenhaft mit Wallehaar frisieren lassen. Auf dem roten Teppich des Berlinale-Palasts und danach auf der ihnen zu Ehren ausgerichteten Feier gaben sie sich damenhaft hochgesteckt und ganz und gar nicht mehr so hochgeschlossen wie in den Stunden zuvor – schon deswegen hatten Kollege Eric Bana und Regisseur Justin Chadwick keine Chance, vergleichbare Aufmerksamkeit zu erringen. Der in Rot ausgeleuchtete, mit zahlreichen Kerzenständern historisch anmutende Saal war fan- freundlich gestaltet worden: Zwei Reihen von Grünpflanzen bildeten die einzige Grenze zwischen den königlichen Stars und der Masse der Feiernden. Manches Partygesicht der vergangenen Nächte tauchte dort wieder auf, Mario Adorf beispielsweise, Jürgen Vogel, Julia Jentsch, Mariella Ahrens und Tom Tykwer, dazu Autorin Philippa Gregory. Von ihr stammt die Romanvorlage des Films.

Mit der Berlinale-Kamera für Karlheinz Böhm und dem Ehrenbären für Francesco Rosi hatte der Preisregen begonnen, am Freitagabend war Otto Sander (Foto, re.) an der Reihe. Im Filmpalast am Ku’damm, vor der Vorstellung von René Perraudins Film „Z.B… Otto Spalt“, überreichte Festivalchef Dieter Kosslick dem 66-jährigen, sichtlich gerührten Schauspieler die Trophäe. Die Laudatio hielt Bruno Ganz, mit dem Sander in „Der Himmel über Berlin“

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men gespielt hatte. ac

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