Kultur : LEUTE

Stars & Sternchen

-

Dies war die Stunde der Majestäten, der Augenblick, in dem die jungfräuliche Königin sich selbst gegenübertrat. 1998 hatte zunächst Cate Blanchett Elisabeth I. gespielt, noch in deren jungen Jahren. Dann griff Judi Dench (Foto) als matronenhafte Regina ex Machina in „Shakespeare in Love“ ein und bewahrte den Dichter vor dem Arm des Gesetzes. Ein royales Treffen also gestern Abend, Cate und Judi Seite an Seite in „Notes on a Scandal“, erst beim Pressetermin im Grand Hyatt, dann auf dem roten Teppich vor dem Berlinale-Palast. Im wahren Leben hat es Judi Dench schon zum Adelstitel Dame gebracht, für sie eine große Ehre, nur in den USA, so verriet sie, gucken sie bei Dame immer recht irritiert, weil das Wort dort alles andere als hoheitsvoll klingt, vielmehr ein Slangausdruck für Weib ist.

Gestern war aber auch der Tag der Desperate Housewives, der unfreiwilligen Hausmütterchen in ausgeleierten Ehebanden. Cate Blanchett in „Notes on a Scandal“ eben und auch Sharon Stone in „When a Man Falls in the Forest“, die ihren Auftritt vor der Presse am Vormittag hatte – und erst einmal mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wurde. Wie sie damit zurechtkomme, immer mit „Basic Instinct“ identifiziert zu werden? Offenbar sehr gut, der Erfolg habe ihr zu anderen Filmen verholfen und ihre humanitäre Arbeit erleichtert, auch habe doch jeder erfolgreiche Schauspieler in einem bestimmten Film seinen Durchbruch. Im Übrigen falle ihr dazu immer Rita Hayworth ein: „Die Männer gehen mit Gilda ins Bett und wachen mit mir auf.“ Auch mit ihrer Rolle als Frau, deren Schönheit erlischt und die das Gefühl hat, langsam zu verschwinden, hatte Sharon Stone keine Probleme. Menschen wie die in ihrem Film habe doch jeder schon getroffen. „Ich denke, jede Frau macht in ihrem Leben so eine Phase durch, besonders in den Vierzigern und Fünfzigern.“ Dann mache sie sich vielleicht auch nicht mehr wie früher zurecht, weil sie denke, dass sie sowieso keiner mehr wahrnehme. Aber sie selbst will nicht die Schuld darin suchen, dass die Welt von den Männern dominiert werde. „Wenn wir uns unterdrückt fühlen, haben wir uns oft nur selbst verloren.“ Auch sei es dann gar nicht so wichtig zu fragen, wer einen in den Abgrund gestürzt habe, sondern wie man wieder herausfinde und die Krise bewältige. ac

0 Kommentare

Neuester Kommentar