Kultur : LEUTE

Stars und Sternchen

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Mit Nervosität geht jeder Mensch anders um, auch Hollywood-Stars haben da so ihre Tricks. Cate Blanchett zum Beispiel. Sie ist mit dem Film „Notes on a Scandal“ als beste Nebendarstellerin für den Oscar nominiert und verkürzt sich den Countdown bis zum 25. Februar mit einem allabendlichen Wodka- Lemon. Ihr Kollege Forest Whitaker (Foto) lenkt sich hingegen mit Arbeit ab, reist für seinen aktuellen Film „Last King of Scotland“ derzeit um die halbe Welt. Darin spielt er den ugandischen Diktator Idi Amin und gilt damit als Oscar-Favorit. Einen Wodka-Lemon? Den würde er sich vielleicht am Abend der Verleihung gönnen, sagt Whitaker am Dienstagabend beim Interview im Ritz Carlton und schiebt ein herzlich brummendes Lachen hinterher. Wie es sich anfühlen könnte, in Los Angeles die berühmte goldene Statur als bester Hauptdarsteller in Empfang zu nehmen, konnte er bereits einen Tag zuvor erleben. Da wurde er bei der „Cinema for Peace“-Gala im Konzerthaus am Gendarmenmarkt ausgezeichnet und bekam von Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) eine gläserne Trophäe überreicht. Dass der Film von Regisseur Kevin MacDonald überhaupt soviel Aufmerksamkeit erregen würde, hätte Whitaker nie für möglich gehalten: „Es ist ein kleiner Film, der gerade mal neun Millionen Dollar gekostet hat.“ Auf seine Rolle hat sich der 45-Jährige dennoch gründlich vorbereitet, schließlich wusste er vor dem Projekt kaum etwas über Amin und Uganda. Drei Monate lang studierte er alte Filmaufnahmen und Reden des Diktators, lernte mit einem Sprachtrainer Suaheli. Vier Wochen vor Beginn der Dreharbeiten reiste Whitaker dann nach Uganda. Um ein Gefühl für das Land, dessen Menschen und Kultur zu bekommen. In wenigen Tagen wird er erneut dorthin fliegen, um seinen Film vorzustellen. Der basiert auf dem Buch von Gilles Foden und erzählt die fiktive Geschichte des jungen schottischen Arztes Nicholas Garrigan ( James McAvoy), der als Amins Leibarzt in dessen kriminelle Machenschaften verwickelt wird. Forest Whitaker konkurriert mit „Last King of Scotland“ bei den Oscars unter anderem mit Will Smith („Pursuit of Happiness“) und Leonardo DiCaprio („Blood Diamond“). Wie es wäre, dann eine Dankesrede zu halten, konnte er nun bei seinem Berlin-Besuch schon mal üben. hey

Auch Berlinale-Feiern können manchmal anstrengend sein. Meistens finden sie im Stehen statt, für mehr als einen Smalltalk reicht die Zeit meistens nicht. Und die dargereichten Häppchen zwischen Tür und Angel einzunehmen, ist auch nicht unbedingt gesund. Ganz anders ist der traditionelle Berlinale- Lunch, den die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen für die deutsche Filmbranche ausrichtet. Treffpunkt ist stets am Berlinale-Dienstag im szenigen Restaurant Schwarzenraben nahe dem Hackeschen Markt in Mitte. Hier begrüßte Stiftungs-Geschäftsführer Michael Schmid-Ospach seine Gäste zum gemütlichen Plausch bei Imbiss (und Sitzgelegenheiten). Es kamen unter anderem die Herren August Diehl , Peter Lohmeyer , Joachim Król , und Heino Ferch , sowie – besonders begrüßt – auch Günther Lamprecht . Alle sind die treue Gäste des Familientreffens, einige aber auch zum ersten mal da, zum Beispiel Manfred Zapatka . Renan Demirkan freut sich regelrecht auf dieses Treffen: „Je länger ich in dem Job bin, desto wichtiger werden sie mir.“ Der Grund liegt auf der Hand: „In unserem Zigeunerleben sind solche Treffen ein Stück Obdach.“ So sehen es auch Regisseur Dani Levy und Produzentin Re gina Ziegler , die ebenfalls die Gelegenheit nicht ausließen. oew

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