Kultur : Liebe und andere Bösartigkeiten Maledivas neue Show „Schnee auf Tahiti“

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Was haben die Macher von „Star Trek“ gemacht, wenn sie sich nicht wiederholen wollten? Sie haben die Serie einfach immer einen Quadranten weiter angesiedelt. Ortswechsel können Wunder bewirken – ein Rezept, auf das jetzt auch Malediva zurückgreifen. An Weihnachten passiert nun mal jedes Jahr das Gleiche, und um sich bei der neuen Weihnachtsshow „Schnee auf Tahiti“ (wieder ab 1. 12.) im Tipi am Kanzleramt nicht mit der Vorgängershow „Lebkuchen“ zu überlappen, fliegen Tetta Müller und Lo Malinke diesmal in den Südpazifik. Genauer gesagt, sie fliehen vor der lieben Verwandtschaft.

Wer zu Malediva geht, weiß, was er bekommt: Liebe und Bösartigkeiten. Wegen eines Stewardessenstreiks kommen die beiden nicht weg aus Berlin, und da Tetta neuerdings auch dichtet, muss sich Lo am Flughafen die Ergüsse seines Partners anhören. Der preist die Schönheit der Rosette (von Kirchenfenstern, natürlich) und vergewaltigt das Versmaß dabei ebenso wie den guten Geschmack. Und auch den modischen: Adidas-Trainingsanzüge sind beim Fliegen doch so bequem! Beide qualmen, was das Zeug hält („Nikotine muss eine griechische Göttin sein!“), nach Tahiti kommen sie erst in der zweiten Hälfte der Show, wo sie prompt in der Animateur-Hölle landen.

Erstmals ist Daniel Zenke am Kontrabass dabei, ansonsten ist alles wie immer: Die beiden giften sich an, singen Pannen charmant weg („Leaving on a Jet Plane“), und wenn es nicht gut läuft, schnurrt Los Stimme in einer Mischung aus Empörung und Hysterie pfeilgerade nach oben („Ich bin nicht glücklich!“) – alles begleitet von Florian Ludewig am Klavier. Ein Phänomen: Obwohl sich bei Malediva eigentlich nie etwas ändert, wird es nie langweilig, auch nach 15 Showjahren nicht. Einmal, nach einem danebengegangen Witz, schärft Lo sich selbst ein: „Ist vielleicht besser, einfach mal die Fresse zu halten.“ Bitte nicht. Udo Badelt

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